Mai

  Yingmei Duan (Braunschweig) – Performance  

Die Performancekünstlerin Yingmei Duan realisiert ihre Performances oft zusammen mit Ton, Video und Installationen. Sie sieht dies gern als spontanes soziales Experiment und entwickelt daher oft frei aus dem Stehgreif heraus einzelne Elemente eines zuvor eingegrenzten nicht selten gegensätzlichen Spielraumes. Dennoch ist Detailgenauigkeit ein ganz wichtiges Element der Umsetzung ihrer Themen. Der menschliche Instinkt (zum Beispiel Angst oder Verlangen) hat eine große Bedeutung bei den Inszenierungen und oft werden Konventionen von Gesellschaft im Zusammenhang mit dem menschlichen Verhalten in Frage gestellt. Yingmei Duan wurde 1969 in Heilongjiang in China geboren. Sie gehörte zur chinesischen Avantgarde und lebte in Beijing im legendären Künstlerviertel East Village als Malerin. In Deutschland absolvierte sie ihr Masterstudium an der Hochschule für Kunst in Braunschweig, wo sie heute lebt. Yingmei Duan stellte weltweit ihre äußerst spannenden Performances vor.

Abbildung: Ausschnitt aus „Sleepless“, 14-tägige Live-Performance-Installation, 2007
www.yingmei-art.com
  Heiner Egge (Hennstedt) – Prosa  

Zwei ortsbezogene Romanprojekte verfolgt Heiner Egge. „Die Weltbewohn- erin“ widmet sich der Malerin Hedwig Woermann (1879-1960), die als zielstrebige junge Künstlerin die Welt bereiste: Worpswede, Paris, Rom, Buenos Aires, Berlin, Dresden und in Wustrow auf der Halbinsel von Fischland-Darss zuletzt wohnte. Ihr Versuch, sich selbst das Leben zu nehmen, scheitert, sie bleibt auf ihrer „seltsamen Insel“. „Der große Kirr“ erzählt von der Odyssee eines alten Mannes und Wintervogelzählers zusammen mit einem jungen Pärchen, die zeitweise in einem Künstlerheim Unterkunft finden. Heiner Egge ist 1949 in Heide/Holstein geboren, studierte Germanistik und Geschichte in Kiel, Marburg und Freiburg. Als freier Schriftsteller gab er bis 1986 die Literaturzeitschrift „das nachtcafé“ in Stuttgart heraus und kehrte dann zurück in seine Heimat nach Dittmarschen. Er lebt und arbeitet in Östermoor.



Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Roman „Tilas Farben“, Verlag Atelier im Bauernhaus, 2013
  Kai Grehn (Berlin) – Preisträger des Literaturpreises M-V 2016  

Kai Grehn erhielt 2016 den erstmal vergebenen Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern, der aus einem Stipendium im Künstlerhaus Lukas, einer Publikation im Greifswalder freiraum-verlag und einer Lesereise besteht. Er konnte die Jury „durch Märchenmotive, seinen eigenen Ton und eine dichte, geradezu musikalische Prosa“ überzeugen, welches seine Leser*innen in ein Gefühl des „Aus-der-Welt-gefallen-Seins“ versetze. Glück – die Suche danach, die Versprechungen und Glücksimperative unserer Gegenwart, das Gefühl selbst – zieht sich als thematischer roter Faden durch seinen Text, von dem hier eine Leseprobe abgebildet ist. Kai Grehn wurde 1969 geboren und studierte am Regieinstitut der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“. Vor allem für seine Hörspielarbeiten erlangte er mehrere Auszeichnungen.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Romanmanuskript „Funken oder So glücklich wie wir ist kein Mensch unter der Sonne“, 2016
www.kaigrehn.de
  Saskia Järve (Tallinn/Estland) – Malerei  

Die estnische Malerin Saskia Järve malt ganz klassisch mit Öl auf Leinwand. Ihre Ausstellungsprojekte sind meist Bilderreihen, die sich einem bestimmten Thema widmen und dieses in einem Gesamtkonzept von verschiedenen Seiten beleuchten. Ihr jüngstes Projekt „Memory Fades“ beschäftigt sich mit Erinnerungen, insbesondere mit den darin verborgenen Verzerrungen, die im Laufe der Zeit das tatsächlich Geschehene verändern. Dabei interessiert sie sich für die wissenschaftliche Darlegung, dass negative emotionale Erinner-ungen, wie etwa Angst, akkurater im Gedächtnis bleiben als positive. Gern kombiniert sie diese Untersuchungen mit Klanginstallationen, um einmal mehr persönliche Erinnerungsräume zu ermöglichen. Saskia Järve wurde 1979 in Pärnu/Estland geboren und lebt heute in Tallinn. Sie studierte Bildende Kunst im Bereich Malerei an der Estonian Academy of Arts in Tallinn im Bachelor und Master.



Abbildung: Ausschnitt aus „Dress Up Mess Up“ aus der Serie „Visual Flight“, Öl auf Leinwand, 80 x 80 cm, 2014
www.saskiajarve.com
  Ellen Mueller (Buckhannon/USA) – Video/Performance  

Die aus den USA kommende Ellen Mueller ist zu Gast im Austausch unseres Partners NES Artist Residence. Als Performancekünstlerin, die große Freude an interdisziplinären Projekten hat, schließt sie Installation und Bild gleicher- maßen in ihrer Arbeit ein. Ihre Darstellungen handeln unter anderem von der Umwelt, der Hyperaktivität neuer Medien und Kontrollsystemen in Firmen. Sie erschafft damit Erfahrungsräume, die sich mit sozialen und politischen Problemen beschäftigen und generell das Gewissen der Zuschauer anregen. Ellen Mueller wurde in Fargo/Norddakota geboren und lebt zurzeit in Buck- hannon. Sie arbeitet als Assistenzprofessorin für Kunst am West Virginia Wesleyan College. Sie erhielt ihren MFA in Studio Art von der University of South Florida und schloss ihren BA in Theatre and Art sowie ihren BS in Design Technology ab. Außerdem erhielt sie Unterricht in Performance am Dell’Arte International und dem Brave New Institute. Im Februar 2016 veröffentlichte sie in Zusammenarbeit mit der Oxford University Press ein Buch über die Grundlagen der Kunst mit dem Titel „Elements and Priciples of 4D Art and Design“.



Abbildung: Deteil der Installation „Single Home“ 3D Modelle gedruckt in Edelstahl, 2016
www.ellenmueller.com
  Mark Weschenfelder (Leipzig) – Komposition  

Der Saxofonist, Klarinettist und Komponist Mark Weschenfelder bewegt sich vorrangig in den Genres der improvisierten Musik. Er beschäftigt sich mit sozialpsychologischen Rollen, die Musiker einnehmen müssen, wollen und sollen, um in einer demokratischen Entscheidungsfindung gemeinsam zu einem höheren Ganzen zusammenzufinden. Es geht um die Fragen: Wer führt, wer folgt? Gibt es einen Solisten? Wie wird dies kommuniziert? Und was muss ein Dirigent tun, um Musiker zum Improvisieren im ursprünglichen Sinne des Wortes (lat.: improvisus – unerwartet, unvorhergesehen) zu bringen? Mark Weschenfelder wurde 1982 in Thüringen geboren und studierte nach Kultur- und Musikwissenschaft Saxophon und Klarinette an der Musikhochschule Carl Maria von Weber in Dresden, in deren Meisterklasse er aufgenommen wurde. Er lebt heute in Leipzig und ist in zahlreichen Jazzprojekten unterwegs.



Abbildung: Ausschnitt eines Notenblattes aus „Spiegel“
UNTERWEGS IM MAI:
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielt Sabine Zahn im „Zentrum für Zeitgenössische Kunst“ in Kaliningrad/Russische Föderation ein einmonatiges Arbeitsstipendium.
  Sabine Zahn (Berlin) – Choreografie/Tanz/Performance  

Als Choreographin für zeitgenössisches Bewegungstheater untersucht Sabine Zahn die gegenseitige Einflussnahme zwischen Körpern und ihrer Umwelt – die Rückkopplung zwischen Publikum, Performern sowie materiellen ebenso wie sozialen Räumen. Ihre Bewegungspraktiken verlaufen im Spannungsfeld zwischen Tanz und Theater und reichen von zeitgenössischer Mime und Tanz zu Improvisation und Spielsystemen. Geboren wurde Sabine Zahn 1977 in Dresden. Sie studierte Theater-wissenschaft und Journalismus an der Universität Leipzig. Später absolvierte sie eine Schauspielausbildung an der Scuola Teatro Dimitri (Hochschule für Körpertheater) und erhielt ein Stipendium an der WasIhrWollt Akademie von Zadek/Stromberg. Sie lebt und arbeitet in Berlin.  

Abbildung: Ausschnitt aus der Dokumentation „A100 - Landscape of desire“, in Zusammenarbeit mit dem Architektenkollektiv „raumlabor“, 2014
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