Juli

  Jadi Carboni & Christopher Williams (Berlin) – Tanz  

Jadi Carboni arbeitet zurzeit gemeinsam mit Christopher Williams. In einem Recherche-Projekt unter dem Titel „Complementary Device“ untersucht sie , ob und wie Unterschiede die Menschen bereichern können. Anstatt dem zerstörerischen Potential von Gegensätzen nachzugehen, möchte sie verstehen und in einer Performance-Serie ihre Idee umsetzen, wie durch die Differenzen Balance, Vervollkommnung und Akzeptanz geschaffen werden können. In ihren Choreographien bezieht sich Jadi Carboni auf verschiedene Tanzstile, Theater, Body-Work-Techniken wie Kontaktimprovisation, Postmoderne Techniken, Physical Theatre, Body Mind Centering Yoga und Kampfkunst (Tai-qui und Aikido). Jadi Carboni wurde 1981 in Bologna geboren und lebt heute in Berlin. Sie machte 2001 ihren Abschluss an der National Dance Academy in Rom und studierte an der School for New Dance Development in Amsterdam. Sie arbeitete als Tänzerin in Kompanien wie Company Blu, Scottish National Theatre, Djalma Promordial Science und Sasha Waltz Company sowie als Choreografin. In der Zusammenarbeit mit Christopher Williams soll ein Stück entstehen, das alte Bräuche der Maori aufgreift: Feuerpois – ein Paar Schnüre mit Feuerbündeln am Ende, die um Kopf und Körper des Tänzers geschwungen werden. Wichtig ist das leicht verzögerte Geräusch des schwingenden Feuers, welches in der Performance durch Lautsprecher weiter verzögert mit einem von Charles Morrow designten Soundsystem wiedergegeben wird. Christopher Williams, geboren 1981 in San Diego, ist Musiker. Seinen B.A. machte er in Musik an der University of California in San Diego. Er spielt Kontrabass und komponiert, und sieht sich selbst als „Wanderer auf dem Kontinuum von Körper und Geist“ („wayfarer of the body-mind continuum“). Seine Arbeit reicht von Improvisation, Kammermusik und Radio-Kunst bis zu Kollaborationen mit Tänzer*innen, Ton- und Bildkünstler*innen.



Abbildung: Ausschnitt aus der Performance „Adapt Oppose“,
für 3 Tänzer und 3 Musiker, 2017

www.jadicarboni.com
  Anne Lildholdt Jensen (Aabenraa/Dänemark) – Malerei/Grafik  

Anne Lildholdt Jensen wurde in Sønderborg, Süddänemark, geboren. Ihre Ausbildung als Grafikerin schloss sie an der Kunsthandwerkerschule Kolding ab. Die derzeit in Aabneraa lebende Künstlerin ist darüber hinaus in den Bereichen Malerei, Installation und Performances tätig. Ihre künstlerische Arbeit wurde u.a. 2015 mit dem Kunstpreis der Aabenraa Artweek sowie mit dem Annerkennungspreis des Dänischen Verbandes Bildender Künstler (BkF) ausgezeichnet. Mit vielfältigen Ausdrucksformen experimentierend lotet Lildholdt Jensen anhand von Ätztechniken, Radierungen sowie Lithografien das Variations- und Veränderungspotential grafischer Methoden aus. Ein besonderes Interesse der Künstlerin gilt dem Aquarell: Die unscharfen Abgrenzungen von Farben, Motiven und Hintergrund kombiniert die Künstlerin mit grafischen Mitteln, die der Kontrastverstärkung und der Blickführung dienen. Im Fokus ihrer Arbeit steht oft das Menschliche, dass sie etwa hinsichtlich zwischenmenschlicher Kommunikation oder der Identitätsformung infolge von Prägungen durch kulturelle Phänomene beleuchtet. Während ihres Stipendiaten-Aufenthalts wird Lildholdt Jensen sich süddänischen Dialekt-Texten widmen und diese mithilfe der Mokulito-Methode, einem unkonventionellen Lithographie-Verfahren auf Holzbasis, grafisch transformieren.

Abbildung: Ausschnitt aus „Mohn 2“, Aquarell, 2017
www.atelier-etch.dk
  Fabian Reimann (Leipzig) – Installation  

Fabian Reimann arbeitet gern in einer Verbindung von Text und Räumlichkeit. Narrative Installationen, Raumessays, aber auch Zeichnungen und Holzschnitte sind Resultat seiner Beschäftigung. Der Schwerpunkt seines aktuellen Projektes, das sich mit den Urängsten der Menschen beschäftigt, liegt bei den Urmythen der furchteinflößenden Dinge aus dem Meer. Die Gestalten aus dem Meer von Nixen bis hin zu Godzilla finden Eingang in sein Werk beispielsweise in einer narrativen Installation, in der die Themen Kolonialisierung und aktuelle „Flüchtlingsströme“ über das Meer angeschnitten werden. Fabian Reimann wurde 1975 in Bremerhaven geboren und lebt heute in Leipzig. Seine Ausbildung begann er mit einem Master of Arts in Germanistik und Kunst- und Kulturwissenschaften an der Universität Bremen, danach studierte er Grafik-Design und Bildende Kunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Abschließend folgte ein Jahr an der Akademie der Bildenden Künste mit dem Schwerpunkt Textuelle Bildhauerei. Er gewann unter anderem den Förderpreis der Arthur Boskamp-Stiftung, den Daniel Frese Preis für zeitgenössische Kunst und erhielt Stipendien des DAAD USA, der Stiftung Kunstfonds Bonn, der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi in Italien und mehr. Neben weiteren wirkte er in Ausstellungen im Museum of Art in Lapua/Finnland, im Museum der Bildenden Künste Leipzig und im Matadero in Madrid mit.  

Abbildung: Detail aus „Les Anciens Premiers“, Installation, Mixed Media, 2013
www.fabianreimann.de
  Marie Séférian (Berlin) – Komposition  

Die im Monat Juli im Künstlerhaus Lukas residierende Marie Séférian wird Einblicke in ihr kompositorisches Schaffen geben, das vom freien Jazz geprägt wird. Ihre Musik und Vertonungen verbindet Marie Séférian mit optischen Reizen wie Animationen, Lichtspielen und Projektionen, um das Publikum mit mehr als nur einem Sinnesreiz zum Fantasieren anzuregen. Marie Séférian wurde 1984 in Münster geboren und lebt heute in Berlin. Sie lernte Geige und Klavier und bildete ihren Gesang im Bereich Musical aus. Sie wechselte schließlich über Klassik zum Jazz und studierte Jazzgesang in Enschede (Niederlande) und am Jazzinstitut Berlin (Hanns Eisler/Universität der Künste. Neben dem Studium sang die Komponistin bei der Yamaha Big Band, dem Trio „Gerry gets Chet“ in Südamerika und erwarb einen Studienplatz bei der Yehudi Menuhuin Stiftung „Live Music Now“ und wirkte beim Kinofilm „Freche Mädchen 2“ mit. 2015 erschienen die CDs „Mille Nuits“, „Dance“ und „Voyage“.  

Abbildung: Notenblatt aus dem Stück „Dance“
aus dem Projekt „Sémacordes“, Septett, 2013

www.marie-seferian.de
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