April

  Ben Greber (Berlin) – Skulptur/Installation  

Inhaltlicher Ausgangspunkt der Arbeiten von dem im Bereich Skulptur und Installation tätigen Künstler Ben Greber ist die Betrachtung menschlicher Grundbedürfnisse und wie diese durch eine technisierte Dingwelt beein-flusst bzw. gesteuert werden. Hierbei gilt sein Interesse vor allem den Spuren menschlicher und technischer Prozesse. Dabei untersucht er, wie weit Form, Funktion und Wesen eines Objektes als Spur wahrnehmbar bleiben. Ben Greber wurde 1979 in Halle geboren und studierte an der Kunstakademie in Münster, wo er Meisterschüler von Katharina Fritsch wurde. Er ist unter anderem Preisträger des GWK Förderpreises und seine Werke wurden unter anderem bereits in Amsterdam, im Lokaal01 in Antwerpen, in der Galerie Opdahl in Berlin und in der Galleria Simona Vendrame in Mailand ausgestellt.

Abbildung: Detail aus „From the Mountains to the Sea“, Beton, Papier, Schellack Pappe, 96 x 68 x 44 cm, 2008
  Henrik Hold (Hamburg) – Malerei, Grafik, Fotografie  

In seinen Bildern arbeitet der Maler, Grafiker und Fotograf Henrik Hold mit divergierenden Medien: Ölmalerei, Zeichnung und Fotografie. Sie haben gleich welcher Herstellung weder Rahmen noch Titel und die Räume, die sie darstellen, sind dezitiert alltäglich und machen auf diese Weise unbemerkte Eigenschaften sichtbar. Man erkennt die dargestellten Räume auf Anhieb und doch ist eine besondere Atmosphäre oder deren Besonderheit stets spür-bar. Grau ist dabei für ihn von besonderer Bedeutung und nicht nur eine simple Farbe, viel eher die Ursuppe, aus der Formen, Kontraste und reine Farben entstehen. In seiner Fotografie baut er nicht selten die Boxen und Objekte selbst oder er zeichnet geradezu mittels Licht- oder Taschenlampen-
fotografie. Henrik Hold wurde 1971 in Böblingen geboren und studierte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seine Werke wurden mehrfach gezeigt, unter anderem im nachtspeicher23 in Hamburg, bei Kramer Fine Art in Hamburg oder in der Galerie am Klostersee im Kloster Lehnin.



Abbildung: Ausschnitt einer Arbeit aus der Serie „Clemens-Schultz-Straße 43/3. OG“, Öl auf Nessel, 57 x 47 cm/140 x 110 cm, 2006/2009
  Anne Marte Overaa (Malmö/Schweden) - Fotografie, Video  

Anne Marte Overaa spielt in ihren Werken mit der Offenheit an Deutungs-
möglichkeiten in der Kunst. Eins ihrer aktuelleren Projekte aus dem Jahr 2016 führte die Besucher an unspektakuläre, unattraktive Orte, sogenannte „Places of Disinterest“, als Kontrast zu den gepflegten Orten des öffent-lichen Interesses und des Tourismus. Dabei gestaltet sie Signets und Hinweissymbole um, um auf diese Orte aufmerksam zu machen. Ein anderes („Soap“) zeigte ein Stück Seife, hergestellt aus unter anderem eigenen Körperfetten, dem männlichen Blick einer Statue ausgesetzt. Anne Marte Overaa wurde 1980 in Ålesund, Norwegen geboren. Sie studierte an der Icelandic Academy of Arts und an der Malmö Art Academy. Erfahrungen in der Experimentellen Medienproduktion und der Wissenschaftstheorie sammelte sie an der Universität Malmö und der Universität Lund. Ihre intermediale sowie experimentelle Kunst konnte sie in zahlreichen Projekten und Ausstellungen vorstellen. 


Abbildung: Detail aus „Places of Disinterest“, geführte Touren zu unattraktive Orten, 2016
  Bodo Rott (Berlin) – Malerei, Grafik  

Die Realität in den Gemälden und Lithografien von Bodo Rott wird oft als Illusion verstanden. Er nennt die Personen, die immer wieder in seinen Werken erscheinen, Nichtkinder-Kinder. Diese gemalten Wesen haben oft kinderähnliche Körper, aber teilweise sehr erwachsene Gesichtszüge. Die Farbe, angelehnt an die Farblehre der Alchemie in der Renaissance, spielt eine besondere Rolle. Seine Werke sind grotesk, abwechslungsreich, es gibt keine Sicherheit oder Gewissheit. Das macht seine Werke irritierend und aufregend. Bodo Rott wurde 1971 in Ingolstadt geboren. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg und an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er zum Meisterschüler ernannt wurde. 2006 wurde er Mitglied der Neuen Gruppe in München und gründete 2011 die Gruppe RoSpeRo. Er erhielt als Preisträger des Kunstpreises der AOK-Nordost 2016 ein Stipendium im Künstlerhaus Lukas.  

Abbildung: Ausschnitt aus „Muttertag“, Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm, 2014
  Leonie Scheunemann (Wismar) – Installation/Innenarchitektur  

Leonie Scheunemann ist Preisträgerin des DIA-Kunstpreises „young residence mecklenburg-vorpommern“ mit einem Stipendium im Künstlerhaus Lukas. Ausgezeichnet wurde sie für ihr Projekt „Erinnerung im Eis“, das die Flüchtigkeit von Erinnerungen thematisiert. Zu selten nähme man Erinnerungsstücke in die Hand und gebe sich der Vergangenheit hin. In ihrer Installation sind Erinnerungsstücke in Eiskugeln gefroren und kommen beim Schmelzprozess langsam zum Vorschein. Dabei bieten sie eine Phase der Kontemplation. Leonie Scheunemann ist 1989 in Hann/Münden geboren. Sie studierte an der Architektur Hochschule Dettmold und schloss ihren Master in Innenarchitektur 2017 an der Hochschule Wismar, Fakultät Gestaltung ab.   

Abbildung: Detail aus der Installation „Erinnerungen im Eis“, 6 Eiskugeln und verschiedene Objekte, 16 cm, 2016
  Pauline Stopp (Greifswald) – Zeichnung/Objekt  

Pauline Stopp erhielt als Preisträgerin des studentischen Wettbewerbes INSOMNALE des Caspar-David-Friedrich-Institutes der Universität Greifs- wald das Stipendium „young residence mecklenburg-vorpommern“ im Künstlerhaus Lukas. Der Mensch mit seinen Gefühlen steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit, ob zeichnerisch oder installativ. In ihrem Projekt „Den Nackten kann man nicht ausziehen“ zeigt sie den Körper des Menschen als Hülle von Gedanken, Gefühlen, Wahrnehmungsinhalten und Erinnerungen. Nicht nur ist die Kommunikation zwischen zwei solchen Hüllen eine stetige Herausforder- ung, sondern auch in einem einzelnen Menschen gibt es die verdeutlichten Bereiche des Fühlens und Wahrnehmens, die nur lose miteinander verbun- den sind und das komplexe Gefüge eines „Selbst“ ausmachen. Pauline Stopp wurde 1989 in Zschopau geboren und lebt und arbeitet in Greifswald. Sie hat Gestaltung an der Westsächsischen Hochschule Zwickau studiert und studiert derzeit Bildende Kunst am Caspar-David-Friedrich-Instutut der Universität Greifswald.  

Abbildung: Detail aus dem Mobile/Objekt „Den nackten kann man nicht ausziehen“, Textil, Kunststoff, Kaugummi, Haare, Holz, Medikamentenverpackung, 150cm x 80cm x 80cm, 2016
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