Oktober

  Florian Liesegang (Halle) – Lyrik  

Der Lyriker und Lektor wird sich intensiv der Arbeit an seinem neuen Ge- dichtband mit dem Arbeitstitel „Beschädigtes Licht“ widmen. Die mehrwöchi- ge, konzentrierte Arbeitsphase, ermöglicht durch eine Kooperation mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, erlaubt ihm die Überarbeitung bereits vor- handenen Materials und bietet Gelegenheit, im neuen Umfeld weitere Texte entstehen zu lassen.

geboren 1985 in Marburg | 2005-2011 Studium der Archäologischen Wissen- schaften/ Prähistorischen Archäologie, der Philosophie, Ägyptologie und Geografie an der Philipps-Universität Marburg mit Abschluss Master of Arts | seit 2012 tätig als freiberuflicher Lektor mit Schwerpunkt auf Arbeiten und Publikationen aus geisteswissenschaftlichen Fachbereichen | Auszeich-nungen (Auswahl): 2010 2. Platz „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“; 2011 1. Platz „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“ | regelmäßige Teilnahmen an Autorenseminaren des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen (2011-2014) und des Friedrich-Bödecker-Kreises Sachsen-Anhalt (2011, 2012, 2014) | Beiträge in Anthologien und Zeitschriften u. a. in Ort der Augen und Zeichen & Wunder

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus „die Neuigkeiten“
  Emine Sevgi Özdamar (Berlin) – Lyrik/Prosa  

Die Schauspielerin und Autorin Emine Sevgi Özdamar ist Ehrengast im Bereich Literatur im Künstlerhaus Lukas. Neben ihrer erfolgreichen Tätigkeit als Schauspielerin schrieb Özdamar von Anfang an auch Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Sie zählt damit zu den bekanntesten deutschtür-kischen Autorinnen. Zwischen der Gastarbeiterliteratur der 1980er Jahre und der Abgeklärtheit der dritten Generation nimmt sie mit ihrem literarischen Werk eine Zwischenstellung ein. Ihr Buch „Das Leben ist eine Karawanserei“ wurde in die renommierte Liste der 1001 Books „You Must Read Before You Die“ aufgenommen. 2010 wurde im Rahmen der Veranstaltungen der Kulturhauptstadt Europas RUHR. 2010 Özdamars Theaterstück „Perikizi“ vom Schlosstheater Moers aufgeführt. Emine Sevgi Özdamar ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.  

geboren 1946 in Malatya/Türkei | 1967-1970 Studium an der Schauspielschule Istanbul | mit 12 Jahren erste Theaterauftritte und 1976 erstes Engagement | 1976 Regieassistenz an der Volksbühne in der Zusammenarbeit mit Benno Besson und Matthias Langhoff (Diese Zeit hat sie später in ihrem Roman „Seltsame Sterne starren zur Erde“ literarisch verarbeitet) | 1978 Mitarbeiterin bei Benno Bessons Brecht-Inszenierung „Der kaukasische Kreidekreis“ - Ihre eigens für die Inszenierung gebauten Figurinen sind heute im La Maison Jean Vilar in Avignon ausgestellt | 1979-1984 Festengagement als Schauspielerin und Regieassistentin am Schauspielhaus Bochum unter der Leitung von Claus Peymann | 1982 erstes eigenes Theaterstück „Karagöz in Alamania“ (Schwarzauge in Deutschland), Uraufführung1986 am Schauspielhaus Frankfurt | 1982 Engagement als Andromache an der Oper Frankfurt in Hector Berlioz‘ Oper „Die Trojaner“, Regie: Ruth Berghaus | 1986 Engagement als Maë Garga in Brechts „Im Dickicht der Städte“ (Freie Volksbühne Berlin) | seit 1986 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und Schauspielerin u.a. in Filmen wie „Happy Birthday, Türke!“, der Literaturverfilmung des gleich- namigen Kriminalromans von Jakob Arjouni durch Doris Dörrie oder in „Yasemin“ (Regie Hark Bohm).

Abbildung: Ausschnitt des Buchcovers von „Sonne auf halbem Weg“, 2006
  Valentina Pavlyuk (Kaliningrad/Russland) – Illustration  

Die russische Grafikerin und Zeichnerin illustriert ihre eigene Haltung und überraschende Dinge, die sie auf Reisen zu ihren Lieblingsstätten erlebt. Dabei spielt die Liebe zu Tieren eine besondere Rolle. Diese werden in ihren Collagen, digitalen Zeichnungen oder Zeichnungen mit Tusche, Aquarell oder Bleistift in Geschichten versammelt, angekleidet wie Menschen, die zu erstaunlichen Orten reisen. Ein Animationsfilm wird über das Reisen eines Fuchs erzählen, um die Bräuche der durchreisten Länder auf ihre ganz eigene Weise zu vermitteln.  

geboren 1985 | 2005-2009 Staatliche Kunstschule „A. K. Glebov“, Minsk, Weißrussland; Designstudium an der Staatlichen Akademie der Künste (Grafik-Design) | Arbeit in den Bereichen Wandmalerei, Buchillustration, Film und Design | Gruppenausstellungen (Auswahl): Galerie „Subway“, Minsk, Weißrussland; „Dialog“ gemeinsam mit K. Trashenkov, Herman Brachert Museum Kaliningrad

Abbildung: Ausschnitt aus ohne Titel, Zeichnung, Collage, 2012
  Michael Pohl (Berlin) – Konzept/Installation  

Michael Pohls Arbeiten setzen sich in unterschiedlichen Medien mit der modernen Medienwelt, mit gesellschaftlichen Themen und mit den Eigenheiten des Kunstbetriebs auseinander. Häufig greift er auf gefundenes Bild- und Textmaterial aus dem Internet, aber auch anderen Quellen zurück, um daraus Collagen, Objekte oder Videos zu entwickeln, die sich zu Werkgruppen zusammenfügen. So setzt er sich z.B. mit Handyfotos von Schiffsunglücken oder UFO-Fotografie auseinander. Daneben entwickelt Pohl auch größere, ortsbezogene Projekte wie hypothetische Museen und Ausstellungen, die sich eher im Bereich der Institutionskritik bewegen.  

geboren 1981 in Giessen | 2002-2005 Studium der Philosophie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz | 2003-2005 Studium an der Akademie für Bildende Künste Mainz bei Ullrich Hellmann; 2005-2009 Studium an der Kunstakademie Münster bei Maik und Dirk Löbbert, Meisterschüler | Stipendien und Preise (Auswahl): 2008/2009 Residenzstipendium Cité des Arts, Paris; 2012 Balmoral-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz für Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf; 2015 Eastside International Artist in Residence, Los Angeles, USA | Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): 2015 (un)möglich! – Künstler als Architekten, Marta Herford, DE; 2014 TAVIDAN - Ursprung und Entstehung, Weltkunstzimmer Düsseldorf, DE; 2009 Aufriß, Westfälisches Landesmuseum, Münster, DE | Einzelausstellungen (Auswahl): 2015 MIRAGE, pehrspace, Los Angeles, USA; 2014 Bekanntes & Unbekanntes, Boutique Raum für temporäre Kunst, Köln, DE; 2010 The Center, WLTWSAETLV Project Space, Montréal, CA

Abbildung: Ausschnitt aus „Tun Sie jetzt das Richtige“, Fotokopie, 120 x 86 cm, 2012

  Birgitte Thorlacius (Asperup/Dänemark) – Malerei/Grafik  

Birgitte Thorlacius fokussiert in ihren graphischen Werken die Vorkommnisse des verwunderlichen Lebens der Natur. Da, wo die Dinge sich einer Ver- wandlung unterziehen, von einem Zustand in einen anderen übergehen, nutzt sie einfache naturalistische Motive, wie das Blatt, das verwelkt, der Löwenzahn, der seine Saat verstreut, Insektenflügel oder das Schilf, das sich im Winde biegt. Um diesen Endruck von Durchsichtigkeit und Ver- wandlung einzufangen, gebraucht sie die Grafik als Werkzeug und versucht gleichsam die besonderen Eigenschaften der grafischen Drucktechnik zu benutzen, um eine Spannweite von den zartesten Strichen bis zu den schwärzesten Kerbungen zu erzielen. Birgitte Thorlacius arbeitet mit Tiefdrucktechniken wie Radierung, Ätzung und Aquatinta.  

geboren 1947 in Odense/Dänemark | 1982-1987 Grafikstudium an der Carl Nielsen Akademie der Schönen Künste in Kopenhagen | Stipendien, Preise (Auswahl): 1990 JW Larsen Scholarship; 2002 und 2004 Reisestipendium der Danish Art Foundation; 2010 Anne Marie Telmanyi Stipendium | Einzel- ausstellungen (Auswahl): 1989/2003 Skovgaard Museum Viborg; 2008 Himmerland Art Museum, Aars und Faaborg Museum; 2011 Johannes Larsen Museum, Kerteminde; 2014 Galerie Weber Svendborg | Gruppenausstel- ungen (Auswahl): 2015 Johannes Larsen Museum, Kerteminde; Fünen Graphic Workshop; 2014 Danish Graphic Munkeruphus 2014 | Werke befinden sich im Faaborg Kunstmuseum, Skovgård Museum und in der Funen Art Foundation

Abbildung: Ausschnitt aus „GULDSMEDE“, Radierung, 33 × 49 cm, 2013

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