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  Christiane Bergelt (Chorin) - Malerei  

Christiane Bergelt, geboren 1982 in Marienberg/Sachsen, studierte Philosophie und Germanistik an der TU Dresden, dann Malerei an der Akademie der Künste Nürnberg, an der Accademia di Belle Arti di Sassari/Sardinien und am Chelsea College of Art & Design, London. Sie ist die Kunstpreisträgerin 2014 der AOK Nordost und erhält in diesem Rahmen einen Stipendienaufenthalt im Künstlerhaus Lukas. Die Künstlerin arbeitet auf Papier und Holz mit sehr verschiedenen Materialien wie Kreide, Grafit, Tusche und Schellack. Die Farbbereiche in Bergelts Malerei sind nicht fein geometrisch separiert, sondern sie fließen in andere Farben hinein oder laufen in der Leere des weißen Papiers aus. Wie Kleckse und grobe, ausgewaschene Tupfen malt Bergelt dünne Schichten von Wasser- und Ölfarben übereinander. Die Ästhetik des Wassers taucht nicht nur in Titeln und malerischen Mitteln auf, sondern reflektiert auch den prozessualen Aspekt ihrer Arbeitspraxis: Anordnung, Farben und Formen ihrer Bilder bestimmt sie intuitiv und als Reaktion auf verschiedene Vorgänge im Bild und dessen Umgebung. Sie stellte u.a. aus in „Between Fluid Edges“, Galerie Kramer, Bremen und „There there“, Galerie Sturm, Nürnberg (2015), „Parallelaktion“ Kreuzbergpavillon, Berlin (2014) und „Überraschungsgast“ Galerie Bernsteinzimmer, Nürnberg (2013). Sie erhielt u.a. ein Aufenthaltsstipendium im Schloss Wiepersdorf, Land Brandenburg (2014), Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes und ein Atelierstipendium der Stadt Nürnberg (2009). Christiane Bergelt lebt und arbeitet in Chorin. 

Abbildung: Ausschnitt aus „vornüber“, Mischtechnik auf Papier, 2014
  Gerður Guðmundsdóttir (Reykjavik/Island) - Textil  

Die Textilkünstlerin Gerður Guðmundsdóttir studierte Textildesign an der Akademie für Kunst und Design Reykjavík und arbeitet seit 1991 als freie Künstlerin. Die isländische Natur inspiriert sie und isländische Wolle ist das Material, das sie am häufigsten in ihren Werken verarbeitet: Die nahezu unverarbeitete Wolle wird gekämmt, gefilzt und anschließend mit Siebdruck und Stickerei weiter bearbeitet. Auch andere Materialien wie Plastik, Plexiglas, aber auch Tannenzapfen und Meerespflanzen fließen in zum Teil dreidimensionale Werke ein. Außerdem arbeitet Guðmundsdóttir mit der traditionellen, koreanischen Methode „Bojagi“. Die Künstlerin war an verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt, u.a. in „En scène, en Seine“, Hospice Saint-Charles, Rosny-sur-Seine/F (2013), “Korean Bojagi- Changing into New Concept from Tradition”, The National Folk Museum Korea (2012), „Wrapping Traditions: Korean Textiles Now”, Museum of Craft and Folk Art, San Francisco/USA (2011) und „Aus dem Hohen Norden“, Quilt Star Galerie, Freiburg (2002). Sie wurde ausgezeichnet, u.a. von CIA, Reykjavík/Island und Wesserling Textíllistasafnið, Mulhouse/Frankreich (2008), der Myndstef, Reykjavík/Island, der American Scandinavian Foundation und der Deutschen Botschaft, Reykjavík/Island (2007). Gerður Guðmundsdóttir lebt und arbeitet in Reykjavik.  

Abbildung: Ausschnitt aus „Blau“, Stickerei auf Wolle, Seide, Leinen, 2014
  Artem Zaytsev (Kaliningrad/Russland) - Fotografie  

Fotografie ist für Artem Zaytsev, geboren 1990 in Volzhsky/Russland, eine von tausend Möglichkeiten, die uns umgebende Welt zu entdecken. Fotografie schult den Geist und erweitert künstlerische wie analytische Fähigkeiten. Zaytsev will die tief verborgenen Beziehungen enthüllen, er will Analogien finden und Schlüsse ziehen. Dabei lässt er sich treiben von Städten und Menschen. Er liebt es, Geschichten zu erzählen, in dem er Buchstaben mit Bildern, Lyrik mit Bildsprache vermengt. Seine Fotografien sind traurig, kühl und klar, aber auch romantisch, flirrend und bewegt. Er entdeckt die stillen Schönheiten der Stadt, ihre harte Tristesse, laute Szenen und die kleinen feinen Momente. Zaytsev zeigte seine Fotografien in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. in „The place to night“, Bastion Grolman, Kaliningrad/RU (2014), „Map is not the territory“, Kaliningrad/RU (2013), auf der Baltic Biennal of Photography, Kaliningrad Art Gallery, Kaliningrad/RU (2011) und „Best of Russia“, Vinzavod, Moskau/RU. Artem Zaytsev lebt und arbeitet in Kaliningrad/RU und Vilnius/LT.  

Abbildung: Ausschnitt einer Fotografie aus der Serie „Berlin - the place to night“, 2013
  Jochen Alexander Freydank (Berlin) - Drehbuch/Regie
 

Jochen Alexander Freydank, geboren 1967 in Ost-Berlin, ist ein deutscher Regisseur. Seit 1999 hat er mehrere Filme verwirklicht, darunter den mit einem Oscar ausgezeichneten Film Spielzeugland. Freydank begann Anfang der 1990er-Jahre als Cutter und Regieassistent bei verschiedenen Fernseh- und Filmproduktionen. Nachdem er fünf Mal als Student von den Filmhochschulen in Berlin und Potsdam abgelehnt wurde, gründete Freydank im Jahr 1999 mit der Mephisto Film seine eigene Filmproduktionsfirma. Parallel zu seiner Arbeit als Regisseur schrieb Freydank Drehbücher für die Krimireihe Polizeiruf 110 und die Serien Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen, Medicopter 117 – Jedes Leben zählt und Klinikum Berlin Mitte – Leben in Bereitschaft. Von 2007 bis Mitte 2009 war Freydank als Produzent
für die Kinderserie Endlich Samstag! des Bayerischen Rundfunks und die ARD-Serie In aller Freundschaft tätig. Freydank führte Regie bei Werbe- und Imagefilmen, inszenierte Theaterstücke, so die Komödie Johnny
Chicago mit Kurt Krömer an der Berliner Volksbühne. Sein erster Kurzfilm war die makabre Komödie Glückliches Ende, mit der Freydank unter anderem beim Filmfestival Max Ophüls Preis im Wettbewerb antrat. 2001 folgten Notfall sowie 2002 die Kurzfilmsatire Dienst. Der Film hatte seine Weltpremiere auf dem Montreal World Film Festival. Nach zweijähriger Vorarbeit verwirklichte Freydank den Kurzfilm Spielzeugland, der über 30 internationale Preise gewann. Im Februar 2009 wurde Spielzeugland mit dem Oscar ausgezeichnet. Freydank inszenierte zwei Tatorte für die ARD und 2011 die mit dem Bayerischen Fernsehpreis für die beste Regie ausgezeichnete Tragikomödie Und weg bist du für Sat.1. Er realisierte 2013/2014 den Kinofilm KAFKAS DER BAU nach der gleichnamigen Erzählung von Franz Kafka zu dem er auch das Drehbuch schrieb. Der Film hatte am 4. Oktober 2014 auf dem Busan International Film Festival seine Weltpremiere und im Wettbewerb des Warsaw International Film Festival seine Europapremiere. 2014 drehte er nach eigenem Drehbuch die melancholische Komödie Große Fische - Kleine Fische für das ZDF. Jochen Alexander Freydank ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
 

Abbildung: Ausschnitt eines Filmstills aus dem Kurzfilm „Spielzeugland“, 2009

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