April

  Paula Gau (Greifswald) - Fotografie  

Paula Gau, geboren 1991 in Berlin, studiert am Caspar-David-Friedrich-Instituts (CDFI) der Universität Greifswald, ist INSOMNALE-Preisträgerin 2014 mit ihrer Fotoinstallation „#instacaust“ und erhält im Rahmen der Kooperation des CDFI und des Künstlerhauses Lukas ein Arbeits- und Aufenthaltsstipendium. Ihre Arbeit thematisiert die erschreckende Abgestumpftheit mancher Besucher der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen, die Selfies aus dem KZ machen und dazu ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte verspeisen. Für Paula Gau eine bizarre Respektlosigkeit gegenüber den ca. 6,3 Millionen ermordeten Menschen, die das Dritte Reich in der Zeit des Nationalsozialismus zu verantworten hat, und Anlass, sich im Rahmen des Seminars „ Ich bin schockiert“ am CDFI Greifswald intensiv mit dem Holocaust zu befassen. Ebenso bietet das Holocaust- Mahnmal in Berlin auf seinen rund 19.000 Quadratmetern eine geschmacklose Kulisse für ‚Selfies‘, die in jeglichen sozialen Netzwerken hochgeladen werden dürfen und Respekt oder Anteilnahme vermissen lassen. Paula Gau lebt in Berlin und Greifswald. 

Abbildung: Detail einer Arbeit aus der Serie „# instacaust“, Siebdruck, Acryl auf Papier, 2014
  Ellen Keusen (Köln) - Zeichnung  

Ellen Keusen wurde 1947 in Düsseldorf geboren, studierte an der Werkkunstschule in Düsseldorf und an der Hochschule für bildende Künste Berlin. Ihre Zeichnungen sind Formationen aus Aquarell, Tusche, Tee, Pastell, Bunt- oder Bleistift, gegossen, gewischt, schraffiert oder zu menschlichen Figuren konturiert, in spannungsgeladenen Abständen auf dem Blatt verteilt. Mal nehmen tiefschwarze Flächen aus Kohle den gesamten Papiergrund ein, mal scheinen dichte Pastellteppiche wie in Blei gegossen, dann wieder schieben sich unter luftig gesetzten Pigmenten Formen, Farben und Figuren an die Bildoberfläche. Die Künstlerin erhielt verschiedene Auszeichnungen und Preise, u.a. das Dr. Dormagen-Guffanti-Stipendium, Köln (2002) und stellte in Einzel- und Gruppenausstellungen aus, u.a. auf der „Probebühne“ Kunst - und Museumsbibliothek der Stadt Köln (2015), in der Galerie Martin Kudlek, Köln (2014), in der Gallery Joe, Philadelphia/ USA (2011), „Skulptur im Park“, Köln (2006), „Infinite Possibilities“, Davis Museum, Boston/USA (2004), „Ad Infinitum“, New York/USA (2002) und “Intercity”, Kunsthalle, Krakau (2001). Ihre Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen wie dem Museum Ludwig Köln, in der Sammlung W. Kramarsky, New York, im Contemporary Museum Honolulu und im Busch-Reisinger-Museum Boston. Ellen Keusen lebt in Köln.  

Abbildung: Ausschnitt aus ohne Titel, Öl, Aquarell, Gouache auf Kreidegrund auf Baumwolle, 2010
  Hans-Gerd Pyka (Berlin) - Prosa  

Hans-Gerd Pyka, geboren 1955, ist Autor, Künstler und Ingenieur. Pyka schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen. 2007 wurde „Der Strich und das Männchen“ (Text und Grafiken) bei book-me-books veröffentlicht. 2009 veröffentlichte der Berliner Verlag „Onkel & Onkel“ Pykas Roman „Königswasser“. Seit 2003 ist Hans-Gerd Pyka für verschiedene Zeitschriften tätig. 2007 erhielt er ein Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste, ein Jahr später nahm er an der Endrunde des Wettbewerbs um den MDR-Literaturpreis teil. 2012 wurde der Autor mit einem zweiten Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste geehrt. Seit 2009 arbeitet Hans-Gerd Pyka an „Gesicht zur Wand“, einem Roman über eine Flucht aus der DDR und ein Scheitern im Westen. Seit 1987 ist er Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler, seit 2010 Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller. Hans-Gerd Pyka lebt und arbeitet in Berlin.  

Abbildung: Leseprobe aus dem Romanprojekt „Gesicht zur Wand“
  Anne Schumann (Leipzig/Berlin) - Video/Fotografie  

Die Künstlerin Anne Schumann, geboren 1978 in Berlin, studierte nach ihrer Ausbildung zur Restauratorin Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und an der Akademie für bildende Kunst Wien. Ihre Arbeiten bewegen sich meist um das hintergründige Wiederaufarbeiten von vorgefundenen Fotografien. Dabei spielt die Idee des Fotoarchivs als historisches Beweismaterial eine zentrale Rolle. In neueren Arbeiten setzt die Künstlerin dieses aus Fotoarchiven stammende Bildmaterial filmisch neu zusammen, so dass ein neuer Erzählfluss entstehen kann. Um das Erzählte in den Ausstellungsraum zu überführen, konstruiert sie raumgreifende Installationen, in denen sich der Betrachter bewegen kann. Anne Schumann erhielt mehrere Preise und Stipendien, u.a. Talents24, Junge Fotografie, c/o Berlin (2011), ein Projektstipendium der Kulturstiftung Sachsen und ein Landesstipendium des Freistaates Sachsen (2009). Sie stellte u.a. aus in „Unser Haus“, Talents 2012, Abbaye de Neumünster, Luxemburg (2012), „Suddenly someone opened a window“, HALLE 14, Leipzig (2011), „Images Recalled - Bilder auf Abruf“, Heidelberger Kunstverein (2009), „Album“, HGB Leipzig (2007) und „Kalte Herzen“, Galerie Willem van Zoetendaal, Amsterdam (2004). Anne Schumann lebt und arbeitet in Leipzig und Berlin.  

Abbildung: Ausschnitt eines Filmstills aus der Videoinstallation „Unser Haus“(1961-67 Villa, Berlin-Ost), 2008
  Carl Johan Wirsell (Malmö/Schweden) - Malerei  

Carl Johan Wirsell, geboren 1984, studierte Bildende Kunst an der Kunstakademie in Düsseldorf. In seiner künstlerischen Praxis sammelt Wirsell Gegenstände, um ihnen dann eine andere Form zu geben, inspiriert von alter Textilkunst oder Kirchfreskomalerei baut er Brücken zwischen Zeiten und Welten und kann sich so Unbekanntem, Entferntem, vielleicht Furchterregendem annähern. Mit Hilfe von Collagen begibt er sich auf unsicheres Gelände. Und wenn die Arbeit mit der Collage ihn dann vorwärts treibt, ist ihm die Malerei ein treuer, aber träger alter Freund, den er stetig vorwärts schieben muss. Dann erfindet er aufs Neue die Welt, schafft Notwendigkeiten und legitimiert Farben. Wirsell nahm an verschiedenen Ausstellungen teil, u.a. „You’re Just Too Good To Be True“, Contemporary Fine Art, Berlin (2015), „Kickstart”, W139, Amsterdam (2014), „The New Bad Mood”, The water tower, Malmö/S (2013), “Double Trouble“, Hafentor 7, Hamburg (2012) und “Yttre Minnens Pantbank”, Allmänna Galleriet 925, Stockholm/S (2009). Er wurde ausgezeichnet u.a. von der Kunstakademie Düsseldorf (2013), von The Swedbank and Sparbank Art Foundation Sweden (2012) und von der Gustaf and Ida Unmans Art Foundation Stockholm (2010). Carl Johan Wirsell lebt und arbeitet in Malmö und Düsseldorf.  

Abbildung:  Ausschnitt aus ohne Titel, Öl auf Leinwand, 2000
  Simas Žaltauskas (Klaipėda/Litauen) - Malerei/Zeichnung  

Simas Žaltauskas wurde 1980 in Klaipėda, Litauen geboren, studierte Malerei an der Kunstschule Klaipėda, an der Castilla La Mancha Universität Cuenca/Spanien und an der Kunstakademie Vilnius/Litauen. Der Künstler ist Mitglied im Künstlerbund in Klaipėda, unterrichtet an der Kunstakademie Litauen in Klaipėda Visual Design, arbeitet am städtischen Tanztheater in der Künstlergarderobe und als Imker. Neben seiner Malerei schreibt er Gedichte und bezieht seine Lyrik gern in Ausstellungsprojekte ein. Häufig fließen auch Erlebnisse in der Natur in seine künstlerische Arbeit ein. Simas Žaltauskas zeigte seine Werke in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. bei der Young European Creation Biennale in Frankreich, der Slowakei, Österreich, Spanien, Ungarn, Italien und Portugal (2009-11), „Worried condition“, Vilnius/Litauen (2009), “Landscape”, London/UK (2007), “Gordian Knot”, Klaipėda Art Gallery, Klaipėda /LT (2004). Weiter erhielt der Künstler verschiedene Preise und Auszeichnungen wie u.a. den “ Vilnius Art Academy Award“ für die Verbindung von Malerei und Poesie (2007). Simas Žaltauskas lebt in Klaipėda.  

Abbildung: Ausschnitt aus „Portrait XV“, Öl auf Leinwand, 2005
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