Februar

  Julia Körner - Malerei  

geboren 1976 in Heidelberg | 2004 - 2006 Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden | 1996 - 2004 Studium der Kunst und Germanistik an der Universität Greifswald | studierte als Meisterschülerin bei Professor Ralf Kerbach „Malerei und bildnerisches Gestalten/Bildfor-schung“ | lebt und arbeitet in Berlin

Julia Körner ist Malerin und bildende Künstlerin. Bereits 2004 erhielt sie eine ihrer ersten Ausstellungsförderungen im Neuen Kunsthaus in Ahrenshoop im Rahmen der Förderung besonders junger KünstlerInnen. Im Zentrum ihrer künstlerischen Schaffens steht eine figürliche Malerei, die mehrdeutig und rätselhaft ist. Ihre Figuren, oft Kinder, bewegen sich im ständigen Wechsel von Sich Zeigen und Verschwinden. Gesten werden in der Stille, durch Weglassen oder Verschwimmen erzeugt. Ihre oft pastose Malerei findet sich auch in Landschaften, die traumähnlich und mitunter surreal erscheinen und damit Besonderheiten unseres Gefühlslebens aufspüren. Julia Körner zeigt regelmäßig ihre Arbeiten in der Galerie Schwarz in Greifswald.

Abbildung: Ausschnitt aus „Jongleur“, Öl auf Leinwand, 2012

  Susanne Nickel - Künstlerbuch  

geboren 1967 in Schmalkalden | 1991 - 1996 Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle, Fachgebiet Malerei/Buch | 1989 - 1991 Ausbildung zur Buchbinderin | Gründung der Buchkünstlergruppe á3 | seit 1997 freischaffende Künstlerin in Halle | Ausstellungen u.a.: 2007 Public Library San Francisco; 2006 Toyota Municipal Museum of Art Japan; 2005 Neues Kunsthaus Ahrenshoop; 2004 National Libary of Estonia; 2003 Galerie Neues Theater Halle | Preise und Stipendien u.a.: 2006 Arbeits-stipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt; 2005 Kunstpreis des Förder-kreises Neues Kunsthaus Ahrenshoop | Arbeiten in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen u. a.: Museum of Modern Art, New York; Biblio-theque Nationale Luxemburg; Deutsches Literaturarchiv; Germanisches Nationalmuseum Nürnberg | lebt und arbeitet in Halle/Saale   

Bei einem Stipendiatenaufenthalt im Künstlerhaus Lukas im November 2008 setzte sich Susanne Nickel mit den Gedichten Hertha Kräftners auseinander. Hertha Kräftner galt als Wunderkind in der Wiener Literaturszene Ende der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Susanne Nickels Unikate oder in Kleinstauflagen hergestellten Werke entstehen in der Spannung zwischen persönlicher Äußerung, in der Konventionen gern unterlaufen oder übertrieben werden, oder in einer humoristischen, manchmal schmerzend satirischen Betrachtung der Welt. Ihre Bildwelt folgt nicht selten der Montage oder Collage, um auf der Suche nach neuen Bild-Text-Fügungen eine eigentliche Realität erfahrbar werden zu lassen. Ihre Bücher und Bilder entstehen meist nicht nach einem vorgefassten Plan. Diese Offenheit lädt den Betrachter ungezwungen zu einem Einstieg ein und der erfährt genauso frisch mitunter das, womit er nicht immer rechnen würde.

Abbildung: Ausschnitt aus „Bärenreise“, Collage, Gummidruck, 2011   

  Eva Rosenstiel - Malerei/Installation  

geboren 1951 in Hüfingen Schwarzwald/Baar | Studium Textildesign, Kunst-geschichte und Kunsterziehung in Reutlingen, Freiburg und Karlsruhe | Einzelausstellungen u. a.: 2013 „Album“, Kunstraum Foth, Freiburg; 2009 „Retour de Paris“, Centre Culturel, Freiburg; 2006 „Paradiesformat“, Galerie Foth, Freiburg; | Gruppenausstellungen u. a.: 2012 „Regionale 13“, Andernorts, E-Werk, Freiburg; 2009 „Vasen“, Gesellschaft der Freunde Junger Kunst, Altes Dampfbad Baden-Baden | lebt und arbeitet in Freiburg  

Die Malerin Eva Rosenstiel verwendet Fotos als Ausgangsmaterial für ihre Bilder und verbindet Malerei, Zeichnung und Fotografie miteinander. Die Schnappschüsse – nun in Ahrenshoop und seiner Landschaft – erfahren in einem aufwendigen Prozess von Übermalen, Scannen, Ausplotten oder Überzeichnen eine vollständige Metamorphose. Für ihre Arbeit u.a. mit den Titel Paradiesformat erhielt sie 2009 das Landesstipendium in der Cité Internationale des Arts Paris. Während ihres Projektaufenthaltes im Künstlerhaus Lukas erarbeitet Eva Rosenstil eine thematische Arbeit zum Abschluss des Festivals ZUFLUCHT – VON DER SEHNSUCHT DES PARADIESES, darunter eine in der Begegnung mit Neuer Musik des isländisch-deutschen Ensembles Adapter. Dabei wird Eva Rosenstil sich in ihrer geplanten Installation auf vorhandene und neue Fotografien beziehen und diese tagebuchartig übermalen und überschreiben. 

Abbildung: Ausschnitt aus „Paradiesformat“, Installation aus übermalten Fotos, 2013
  Daniela Seel - Lyrik  

geboren 1974 in Frankfurt am Main | Studium der Germanistik und Literatur-wissenschaft in Berlin | nach einem Verlagspraktikum arbeitet sie als freie Lektorin | Ausbildung als Verlagskauffrau | 2003 Gründung von „kookbooks – Labor von Poesie als Lebensform“ | Dichterin und Verlegerin | lebt und arbeitet in Berlin  

Nach „ich kann diese stelle nicht wiederfinden”, kookbooks 2011, arbeitet Daniela Seel zurzeit an „was weißt du schon von prärie“, kookbooks 2015. Darin thematisiert sie die Wechselwirkungen von Fiktion und Wirklichkeit, das unauflösliche Auseinanderfallen respektive Ineinandergreifen von Vorstellungen, Wahrnehmungen, Ideen, Bildern, (Re-) Präsentationen und den „realen“ Orten und Dingen, auf die sie referieren. Es soll (Un-)Gleichzeitigkeit geben, (Gegen-)Bewegung, Zu- und Widerreden, Schwebe. Elastische Fährten, die von den Ohren aus expandieren. Schmirgeln, Schlürfen, Knarzen und Quietschen. Fluide Syntax. Plastizität. Und Lücken. Unwuchten, wo Erosion sichtbar wird. Wo man überempfindlich ist, etwas nicht versteht. Momente, in denen jedes Detail konkret und zugleich schon aufgehoben ist. 

Abbildung: Ausschnitt aus dem Gedichtband „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“

  Martin Tervoort - Fotografie  

1976 in Rostock geboren | 2001 - 2002 Leonardo-Stipendium Paris | 1996 - 2003 Architekturstudium TU-Berlin | seit 2003 freiberuflich tätig als Fotograf und Postproducer | Gruppenausstellungen u. a.: 2004 „Kunststück Ahrens-hoop“, Kunsthaus Ahrenshoop; 2012 „Was Du siehst“, BerlinPhotoWork-shops, Berlin | lebt und arbeitet in Berlin  

Während seiner Arbeit als Architekturvisualisierer und Foto-Assistent entdeckte Martin Tervoort seine Leidenschaft für die freie Fotografie. Während er in seiner beruflichen Ausrichtung als Fotograf und im Bereich der Bildbearbeitung arbeitet, entspringen seine freien Themen dem interessanten Widerspruch von Architektur oder Maschinen und seinem Interesse an Menschen. Fast gegenstands- oder menschenlose Räume stehen beispielsweise Porträtaufnahmen gegenüber. Während des Aufenthaltes im Künstlerhaus Lukas arbeitet Martin Tervoort für das Abschlussprojekt WIR SIND PAUL – ODER DAS UNPERFEKTE PARADIES, darin wiederum explizit für den Ausstellungsteil ANREISE in der Galerie im Kloster in Ribnitz-Damgarten. Er untersucht mit fotografischen Mitteln die verschiedenen Überformungen und die Verdichtung der Region Fischland/ Darss. Eingebettet zwischen Meer, Boddenwiesen und urwüchsigen Wäldern ist Ahrenshoop für den Fotografen ein Ort der Ruhe und Besinnung. Doch der ursprüngliche Charakter des Ortes befindet sich durch zunehmende Eingriffe im Wandel. In seinen Bildern verdichtet Tervoort Landschaften mit neuen Strukturen, fokussiert auf bauliche Veränderungen. Er lenkt seinen Blick auf die ihm vertraute Gegend seiner Kindheit und Jugend, wenn sich die Menschen der Region nähern, beispielsweise mit dem Zug über Ribnitz-Damgarten. 

Abbildung: Ausschnitt einer Fotografie aus der Serie „Attitude“, 2013

  Judith Zander - Prosa/Lyrik  

geboren 1980 in Anklam | Studium der Lyrik und Prosa am Leipziger Litera-turinstitut | Studium der Germanistik, Anglistik sowie der Mittleren und Neueren Geschichte an der Universität Greifswald | Preise und Auszeich-nungen u. a.: 2011 Uwe-Johnson-Förderpreis; 2010 3-sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb; 2007 Lyrikpreis beim open mike | Veröffentlichungen: „manual numerale“, Gedichte, dtv 2014; „oder tau“, Gedichte, dtv 2011; „dinge, die wir heute sagten“, Roman, dtv 2010 | lebt und arbeitet in Berlin  

In ihrer Arbeit untersucht Judith Zander die Bandbreite der Sprache. Sie versucht, diesen Möglichkeitsraum auszuschöpfen und die Grenzen in Richtung des Unsagbaren zu verschieben. Dabei ist der poetisch-sprachliche Zugriff immer etwas stärker gewichtet als der Erzählerische. Im Moment schreibt Judith Zander an kurzen Prosatexten, die sich im Überschneidungsbereich von Naturerkundung und Literatur bewegen.

Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Text „Et in Lukasia ego“, 2013

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