März

  Moritz Grünke – Berlin  

geboren 1980 auf Rügen │ 2001-03 Kommunikationsdesignstudium an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle (bei Prof. Helmut Brade) │ 2003-08 Studium der Freien Grafik an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle (bei Prof. Thomas Rug) │Ausstel-lungen u.a.: 2002 „Seeblicke#1“, Galerie Hartwich, Sellin; 2004 „Kunst-Alsleben – unser täglich brot“, Ausstellungsprojekt in der Saalemühle Als-leben; 2006 „Sie stehen vor einer Mehrzweckhalle“, Schloss Schramberg (Schwarzwald); 2008 „Bande 2“ und „Du erkennst es am Schatten, der Schatten ist falsch“, Galerie dieschönestadt, Halle/Saale│ lebt und arbeitet in Berlin

Moritz Grünke geht der Frage nach, mit welchen grafischen Hilfsmitteln Wis-sen abgebildet wird, wodurch es authentisch wirkt und mit welchen Metho-den Wissen vermittelnde Bilder produziert werden. Der Künstler untersucht, ob es bei der Anwendung wissenschaftlicher Methoden der Bildproduktion zu einer Manipulation von Sehgewohnheiten und somit auch Wissen kommen kann. Er lässt dazu Hand- sowie Computerzeichnungen entstehen, aus der eine Auswahl in Form eines Atlas publiziert wird. Diesen fertigt Moritz Grünke im Siebdruckverfahren an.

Abbildung: „Schlagschatten II“ Nitrofrottage auf Bütten, 19 x 28 cm
  Barbara Hindahl – Mannheim  

geboren 1960 in Rheinhausen │ 1979-84 Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg │ 1984-90 Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (bei Prof. Peter Ackermann) │ seit 2005 Dozentin an der Freien Kunstakademie Mannheim │ Stipendien u.a.: 2000 Bildhauersymposium Lindabrunn; 2003 Teilnahme am Künstleraustausch „Puddles“ in Yokohama; 2008 Arbeits-stipendium „qo_2“ in Brüssel/Belgien │ Ausstellungen u.a.: 2005 „1_1“, raum 2, Mannheim sowie Portside Gallery Yokohama/Japan; 2006 Teilnahme an der Biennale für zeitgenössische Kunst Mannheim; 2007 „Copy & Paste“ im PENG!_raum für kunst, Mannheim; 2008 „dpi“, Kunstverein Viernheim; "250 m bis zur Kunst", Mannheimer Kunstverein, Teil von "LIONS´ ART"; 2009 "show me yours", Galeria Mieska, Bydgoszcz/Polen │ lebt und arbeitet in Mannheim

Barbara Hindahls Kunst ist meist temporär. Was bleibt, ist die Erinnerung an den veränderten Ort derer, die die Werke gesehen haben, und die Fotos. Allerdings sind die Fotografien nicht die Kunstwerke, sondern lediglich ihre Dokumentation. Die Orte, an denen Barbara Hindahls Kunst interveniert, sind oft keine Ausstellungsräume. Die von ihr angebrachten Markierungen, Linien oder Flächen sollen das Geschehen an der Stelle betonen, eine Gewohnheit stören oder eine Art Bühne für das Alltägliche schaffen. 

Abbildung: „ohne Titel“ rote Plotterfolie und roter Lack auf Fahrrädern, Boden, Wänden und Säule, raum 2 / Mannheimer Kunstverein 2005
  Elena Karnauskaitė - Palanga  

geboren 1964 in Šašaičiai │ 1982-87 Litauisch- und Französisch-Studium an der Universität Vilnius │ 1987-89 Grundschullehrerin │ seit 1989 Litauisch-lehrerin am Gymnasium Palanga │ 2000-2002 Masterstudium der Literatur-wissenschaften an der Universität Klaipeda │ seit 2001 Mitglied des Litau-ischen Schriftstellerverbandes │ Preise u.a.: 1981/82 Jugendliteraturpreis-trägerin; 2005 nominiert für den Poezijos pavasaris Preis │ Veröffentlich-ungen u.a.: 1990 „Briedė jūroje“(Elchkuh im Meer), Gedichtband, Vaga Publishers, Vilnius; 2000 „Tiltas iš pelenų“ (Eine Brücke aus Asche), Gedicht-band, Vaga Publishers, Vilnius; 2004 „Iš smilčių“(Aus Sand), Gedichtband, Vaga Publishers, Vilnius; 2008 „Pasaulio krašte“ (Am Ende der Welt), Druka Publishers, Klaipeda │ lebt und arbeitet in Palanga

Elena Karnauskaitės Gedichte bestechen vor allem durch ihre Authentizität und Lebendigkeit. Die überwiegend weiblichen Heldinnen ihrer Texte reflek-tieren vordergründig über Identität, das Selbst und dessen fortlaufende Ver-änderung. Dabei gewinnt das Motiv des Spiegels wiederholt an Bedeutung. Sprachlich nutzt die Autorin grammatikalische Unregelmäßigkeiten, Pausen und Auslassungen, um  Rhythmusstörungen zu verdeutlichen und die Ge-fühlswelt der Protagonisten abzubilden.



Abbildung: Leseprobe „Anstelle eines Schlafliedes“ Gedicht
  Thorsten Tenberken – Hamburg  

geboren 1966 in Duisburg │ 1986-91 Theater- und Regiearbeit │ Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg, 2000 Diplom │ Dozent an der Bild-Kunst-Akademie Hamburg │ Ausstellungen u.a.: 1995 „Illustrationen“, Bologna/Italien; 1999 „The Foreign Agent“, PP 1-9C., Auckland/Neuseeland; 2005 „Expedition Livingsten“, Kunsthochschule Lhasa/Tibet; 2008 „U-Hosenkongress“ Amsterdam, Rotterdam, Tilburg / Niederlande; 2008 „Velvet“, Ausstellungs-beteiligung in der Galerie Gillian Morris, Berlin │Videoarbeiten u.a.: 2000/06 „Die Rose der Symbiose“, Teil von Expedition Livingsten, Videoinstallation, 6 Monitore und eine Projektion; 2006/07 „Wildwechsel“, Teil von Five Seasons, 16:9 DVD-Loop; 2008 „Nubbila Forte“, Videoinstallation für 3 DVD-Projek-tionen │ lebt und arbeitet in Hamburg

Thorsten Tenberkens Arbeiten zeichnen sich durch eine theatralische Inszenierung aus, die trotz erzählerischer Elemente dem Betrachter keine Auflösung der Handlung anbietet. In seinen Installationen und Videofilmen wird eine künstlich ge-schaffene Welt in einer alltäglichen Umgebung etabliert. Brüche sind dabei Teil des ästhetischen Prinzips. Dokumentarische Techniken wechseln sich bei Thorsten Tenberken mit choreographierter Inszenierung ab, dynamische Szenen werden gegen statische, skulpturale Situationen gesetzt und narra-tive Elemente münden plötzlich in ziellose Handlungsschlaufen. In Form von Videoloops kämpfen die Figuren unermüdlich gegen eine fremd gewordene Alltagswelt, gegen wild gewordene Objekte und gegen selbst erschaffene Spielregeln an, ohne sich aus dem Teufelskreis der ewigen Wiederkehr befreien zu können. 



Abbildung: Videostills aus der Videoinstallation "Die Rose der Symbiose", 2006, im Rahmen meines "Livingsten" Projektes
  Nikolai Zinke – Berlin  

geboren 1978 in Hamburg │1998-2006 Studium der Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, Diplom │ 2003-06 Musiktheorie- und Tonsatzstudium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, Diplom │ seit 2005 Studium der Musikwissenschaften an der Humboldt-Uni-versität zu Berlin sowie Studium der Kommunikationswissenschaften und der Kunstgeschichte an der TU Berlin │ 2005-06 Auslandssemester am Royal Conservatory in Den Haag │ 2007 Wechsel in den Studiengang Master of Arts (Musikwissenschaften) an der HU Berlin │ seit 2008 Honorardozent in den Fächern Tonsatz und Gehörbildung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin │ Preise und Stipendien u.a.: 1996-98 mehrfacher Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend komponiert“ sowie Andreas Werckmeister Preis der Orchesterwerkstatt Halberstadt; 1999 1. Preis beim internationalem AVW Piano Composers Cup Hamburg ; 2005-06 Förderung durch die Notge-meinschaft der Deutschen Kunst e.V., Berlin; 2003 2. Platz beim Hanns-Eisler-Preis Komposition; 2006 Berliner Opernpreis 06 │ Werke u.a.: 1999 „Myristica“ und „Amanita“, für Klavier solo; 2002 „Double I“, für 4 Schlagzeu-ger, 2 Pianisten und Lautsprecherboxen; 2005 „Tod eines Schneiders“, Kammeroper für 5 Sänger und 5 Instrumentalisten │ Veröffentlichungen u.a.: 2004 Diplomarbeit „Ligetis Etüden im historischen Vergleich", Grin-Verlag; 2007 „Differentia specifica“ (2000), Audio-CD│ lebt und arbeitet in Berlin

Nikolai Zinke komponiert seit seinem 15. Lebensjahr. Zunächst entstanden nur kleinere Stücke für Klavier, dann jedoch auch zunehmend für kammer-musikalische und größere Besetzungen. Seit einigen Jahren beschäftigt sich der Musiker intensiv mit auf Software basierenden Kompositionstechniken sowie elektroakustischer Musik und Live-Elektronik.

Abbildung: Notenblatt aus „Trio“ für Horn, Violine und Klavier, 2005
UNTERWEGS IM MÄRZ 
Im Rahmen unseres internationalen Austauschprogramms erhielten Andrea Hildebrandt und Susanne Tonn ein einmonatiges Arbeitsstipendium für die Grafikwerkstatt Simrishamn/Schweden.
  Andrea Hildebrandt – Greifswald  

geboren 1981 in Zwickau/ Sachsen | 1999-2001 Aufenthalt in Süd-Amerika, Reisen durch Europa und Süd-Ost-Asien | 2001-2008 Studium am Caspar-David-Friedrich-Institut der E.-M.- Arndt Universität Greifswald (MA Kunst-historik und Kunstpädagogik)  | 2009 Mitglied im BBK-Berlin | Stipendien u.a.: 2008/09 Stipendium Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop, Aufenthalt in Gravik-verkstaden Simrishamn (Schweden) | Einzlausstellungen: 2009 Kunstraum Grünerhund, Berlin; 2008 Kunstraum Grünerhund, Berlin; 2008 Medien- werkstatt CDFI, Greifswald; 2007 Galerie Harff, Güstrow | Gruppenausstel-lungen u.a.: 2008 Galerie Marschalek, Wien (Österreich); 2008 IPP Galerie, Greifswald; 2008 Raum für Kunst-Blütenweiss, Berlin; 2007 Weiss-bachsches Haus, Plauen; 2007 Rothus, Solothurn (Schweiz); 2007 Raum für Kunst-Blütenweiss, Berlin; 2006 Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern, Greifswald; 2006 Galerie im Malzhaus, Plauen | lebt und arbeitet in Berlin und Greifswald

Andrea Hildebrandt thematisiert in ihrer Malerei häufig die Beziehung zwi-schen dem Menschen und seiner Umwelt, wobei Aspekte der Natur-Wahr-nehmung und der Umgang des Menschen mit der Natur im Allgemeinen in ihren Arbeiten zur Sprache kommen. Dabei greift Andrea Hildebrandt die Motive des Waldes und des Wassers immer wieder auf, da sie von deren Ambivalenz fasziniert ist. 

Abbildung: „Upwards II“, Gouache, Acryl auf Leinwand, 89 x 145 cm, 2008
  Susanne Tonn – Wismar  

geboren 1972 in Wismar │ 1989-2002 Ausbildung zur Segelmacherin │ 2000-2006 Schmuckdesign-Studium an der FH für Technik, Wirtschaft und Design in Wismar (bei Prof. H. Neumayer und Prof. N. Weber, Abschluss: Diplom) │ Praktika u.a.: 1999/2001 Praktikum bei der Schmuckdesignerin Ute Wolf-Brinckmann in Erfurt; 2005/2008 Teilnahme am Schmucksymposium in Zimmerhof │ Ausstellungsbeteiligungen u.a.: 2002-2004 Beteiligungen an der Schmuckmesse USSIFA, Hamburg; 2006 Diplomausstellung im Innovations-bereich der Introgenta-Schmuckmesse, München; 2008 Teilnahme an der Schmuck- und Porzellanausstellung im Schloss Willigrad │ lebt und arbeitet in Wismar

Susanne Tonn hat bereits transparente Kunststofffolie und Gummilitze zu Halsschmuck beweglich verbunden oder ein Bustier aus Topfputzern kreiert. Aber auch aus Porzellanfragmenten lässt sie virtuose Schmuckkompositio-nen entstehen. Zum Beispiel das Thema „Unter der Haut“ – insbesondere innere und äußere Spuren nach emotionalen und einschneidenden Erleb-nissen – regt Susanne Tonn dazu an, Porzellan-Schmuck aus Fragmenten oder Abformungen des Seelenkörpers zu schaffen.

Abbildung: „Körperfragmente auf Zerbrechlichkeit und Materialästhetik geprüft“
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