Februar

  Danil Akimov – Kaliningrad/Russland  

geboren 1976 in Kaliningrad/Russland │ 1994-99 Studium der Fischerei an der Staatlichen Universität Kaliningrad │ 2003 Gründer und Mitglied des Pro-jekts „ArtEgo“ │ seit 2004 Mitarbeiter in der Forschungsabteilung des Natio-nalen Zentrums für zeitgenössische Kunst in Kaliningrad │ 2004-08 Kurator verschiedener internationaler Klangkunst-Projekte │ Ausstellungen und Kon-zerte u.a.: 1999 „Three X“, Fotografie Gruppenausstellung, Kaliningrad; 2002 „Wiener Festwochen“, Kunstfestival, Wien/Österreich, 2006 „Noise vs. glamour“, Festival der experimentellen Musik, Moskau/Russland; 2008 Intern-ationales Klangkust-Projekt „Audiotourism“, Kaliningrad / Halle │ lebt und arbeitet in Kaliningrad

Danil Akimov ist ein Klangkünstler und bringt in seinen interdisziplinären Per-formances und Installationen Geräusche und Klänge mit Videosequenzen zusammen. Für die Multimediaperformance „Chimeroteka“, für die er mit Zinaida Shershun zusammen gearbeitet hat, bediente er sich der klassisch-en Technik des Schattentheaters und erschuf die perfekte Illusion eines von geheimnisvollen Fabelwesen bewohnten Raumes. Der Live-Soundtrack dazu kombinierte imitierte Tierlaute mit Techno-Rhythmen.

Abbildung: Abbildung aus der Multimediaperformance „Chimeroteka“ in Zusammenarbeit mit Zinaida Shershun.
  Annette Kisling – Berlin  

geboren 1965 in Kassel │1985-88 Studium Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und der Hochschule für Gestaltung Offenbach │ 1989-95 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Diplom und Meisterschülerin │ Stipendien u.a.: 1999 Arbeitsstipendium im Künstler-haus Schloss Balmoral, Bad Ems, vergeben vom Kulturministerium Rheinland-Pfalz; 2003 Atelierstipendium in Rotterdam vergeben von der Hessischen Kulturstiftung; 2006-07 Stipendium des Berliner Senats an der Cité Internatio-nale des Arts Paris; 2007 Chinati Foundation’s Artist in Residence Program in Marfa, Texas/USA │ Ausstellungen u.a.: 1998 „neue Aussichten“, Einzel-ausstellung im Merve Verlag, Berlin; 2003 „Förderkoje“, Einzelpräsentation auf der ART COLOGNE, Köln; 2007 „do you know what“, Einzelausstellung, Chinati Foundation, Marfa, Texas/USA; 2008 „les vitrines“, Einzelausstellung Galerie Kamm, Berlin │ lebt und arbeitet in Berlin

Annette Kisling zeigt in fotografischen Serien die Wahrnehmbarkeit spezi-fischer Orte auf. Dabei geht sie davon aus, dass auch die vermeintliche Dokumentation immer eine Inszenierung des Abgebildeten durch die Foto-grafin beinhaltet. Standpunkt, Ausschnitt und Bildauswahl sind Entschei-dungen der Bildautorin, Vorgefundenes und mögliches Abbild können nicht identisch sein. Mit ihrer speziellen Sensibilität für funktionelle Randzonen, kulturelle Ordnungsmuster, für die Peripherie der intentionalen Impulse oder schlicht für Orte von signifikanter Mittelmäßigkeit erfindet die Berliner Künst-lerin eine eigenartig schwebende, halb realistisch und halb artifizielle Bild-welt. 

Abbildung:  aus der 16-teiligen Serie „Mobiliar“, Pigment Piezo Prints, 50 x 70 cm, 2005 / 2007
  Sigurbjörg Thrastardóttir – Reykjavík/Island  

geboren 1973 in Akranes/Island │ bis 1998 Studium der vergleichenden Lite-raturwissenschaft sowie des Journalismus und der Massenkommunikation an der Universität Island in Reykjavík │ Autorentätigkeit: Gedichtbände, The-aterstücke und Prosa │ seit 1999 Kolumnistin bei der Tageszeitung „Morgun-bladid“ in Reykjavík │ seit 2000 Teilnahme an Literaturfestivals und Buchmes-sen in ganz Europa │ Preise und Stipendien u.a.: 2000 Year’s best poetry collection-Preis für den Gedichtband „Hnattflug“ (Umsegelung); 2003 Tómas-Gudmundsson-Literaturpreis für den Roman „Sólar saga“ (Die Geschichte der Sonne); 2003 Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin; 2008 Coast Preis für ihren Gedichtband „Blysfarir“  (Fackelzug)│ Veröffentlich-ungen u.a.: 1999 Gedichtband „Blálogaland“ (Land der blauen Flammen); 2003 Gedichtband „Túlípanafallhlífar“ (Tulpenfallschirme) │ lebt und arbeitet in Reykjavík

Sigurbjörg Thrastardóttir hat bereits sechs Gedichtbände und einen Roman veröffentlicht. Ihre Verse zeigen ein klares Bewusstsein dafür, dass wir in einer Gesellschaft voll von Bildern leben und dass unsere Vorstellungen über die Natur, Länder und Völker nicht nur durch uns selbst sondern zu einem großen Teil auch durch die Informationsgesellschaft bestimmt werden. Sigurbjörg Thrastardóttir greift in ihren Texten immer wieder diese Ver-schmelzung aus echter, eigener Naturerfahrung und der bloßen Erfahrung durch die Medien auf. Auch Städte erscheinen bei der Isländerin als ein Naturphänomen, was ihre poetischen Spaziergänge durch Reykjavik oder Berlin veranschaulichen. 

Abbildung: Leseprobe aus „Iceland Poems“ (übersetzt von Kristof Magnusson)
  Zinaida Shershun – Kaliningrad/Russland  

geboren 1984 in Kaliningrad/Russland │ 2001-07 Studium an der Staatlichen Uni-versität Kaliningrad, Lehramt Grundschule, Deutsch │ seit 2001 Tätigkeit als Grafikerin und Illustratorin │ seit 2007 Koordinatorin in der Staatlichen Anton-Tschechov-Bibliothek │ Ausstellungen u.a.: 2003 „Mein Platz“, inter-nationale Fotografie Gruppenausstellung, Russland / Polen / Deutschland; 2007 Teilnahme am „Insterfest“, internationale Festsspiele der jungen Kunst, Chernyahovsk/Russland; 2008 Teilnahme an den 22. Dresdener Tagen der zeitgenössischen Musik │ lebt und arbeitet in Kaliningrad

Zinaida Shershun beschäftigt sich vor allem mit angewandter Grafik, die ihre Widerspiegelung in Plakaten, Glückwunschkarten und Buchdeckeln findet. Dabei experimentiert sie mit unterschiedlichen Zeichentechniken, immer auf der Suche nach der intuitiven Verkörperung des Zusammenspiels. 

Abbildung: Glückwunschkarte „Trojanische Kuh“, Zeichnung, 10 x 20 cm, 2009
  Sebastian Elikowski-Winkler – Berlin  

geboren 1978 in Spremberg │ Ausbildung am Konservatorium Cottbus (Fächer: Komposition, Dirigieren, Jazzgesang, Klavier, Trompete und Violine) │ 1995-1999 Teilnahmen am brandenburgischen Landeswettbewerb „Ju-gend komponiert“ │ 1999-2005 Kompositionsstudium an der Universität der Künste Berlin (2005 Diplom bei Prof. Friedrich Goldmann) │ 2001-08 Studium der Musikwissenschaft an der TU Berlin │ 2003-2004 Kompositions-studium bei Marek Kopelent an der Musikakademie Prag │ 2007-08 Kompo-sitionsstudium bei Vladimir Tarnopolski am Moskauer Tschaikowsky Konser-vatorium │ Stipendien u.a.: 2005/2006/2007 DAAD-Stipendiat in Tadschiki- stan, Rus-sland und Moskau; 2006 Stipendium des Berliner Senats an der Cité Internat-ionale des Arts Paris; 2008 Stipendiat des Brandenburgischen Kultusminis-teriums auf Schloss Wiepersdorf │ Werke u.a.: 2006 „(…) Bis als letzter der Zeugen das Gedächtnis verstummt“, für Klarinette, Violoncello und Vibra-phon; 2007 „Auf ausgetretenen Pfaden!“, für Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Harfe und Klavier; 2008 „Mich saugt die fremde Erde an.“, für Bassklarinette, Violine, Klavier und Vibraphon mit Tamtam; 2008 „Notturno Moskau“, für Blockflötenquartett│ lebt und arbeitet in Berlin

Sebastian Elikowski-Winkler komponiert seit seiner Jugend, seine überwie-gend kammermusikalischen Werke wurden u.a. vom ensemble adapter, vom Ensemble Kwartludium und vom Ensemble Konvergence aufgeführt. Um dem Schaffen und Wirken osteuropäischer Musiker und Komponisten mehr Auf-merksamkeit in Westeuropa zu verschaffen, engagiert sich Sebastian Elikowski-Winkler in der interkulturellen Projektarbeit. 



Abbildung: Notenblatt aus dem Stück „Auf ausgetretenen Pfaden!“
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