Mai

  Nicole Cogiel und Julia Beck (Berlin) – Kuration    Martin Tervoort

Nicole Cogiel und Julia Beck gestalten unter dem Titel MUTOPIA das erste dreimonatige Umweltstipendium in der Kooperation von Künstlerhaus Lukas und Neuem Kunsthaus. Ausgehend von ausgewählten künstlerischen Beiträgen wird das Thema Nachhaltigkeit mit einem interaktiven und interdisziplinären Ansatz in co-kreativen Formaten in  unterschiedlichen Lebensbereichen erlebbar und spürbar gemacht. Durch die Verbindung von Kunst, Begegnung und Austausch, Emotionen und aktivem Tun, werden während der Ausstellungszeit gemeinsam beispielgebende konkrete Lösungsansätze für ein aktives nachhaltiges Leben entwickelt.
1982 in Duisburg geboren und in Berlin lebend, studierte Nicole Cogiel angewandte Geographie, Soziologie und Ethnologie an der Universität Trier und in Bergen/Norwegen. Heute arbeitet sie freiberuflich als kreative Prozessbegleiterin und Coach. Sie begleitet zukunftsgerichtet Veränderungs- und Strategieprozesse von Unternehmen, Teams und Einzelpersonen und nutzt dabei Methoden aus dem Design Thinking, systemischen und agilen Coaching sowie den Prinzipien der Achtsamkeit. Julia Beck, 1988 in Feldkirch/Österreich geboren, studierte Unternehmensführung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft am Management Center Innsbruck/ Österreich sowie Innovation and Management in Tourism an der Fachhochschule Salzburg/Österreich. Heute ist sie mit einer Kreativagentur für Konzeptentwicklung und Projektbegleitung in Frastanz/Österreich selbständig tätig. Ihr Fokus liegt darauf, Erlebnisse zu kreieren, (öffentliche) Räume zu gestalten, Begegnungen zu schaffen und Möglichkeiten 
für Perspektivenwechsel zu bieten.


Abbildung: Ausschnitt aus Martin Tervoort „Darßer Wald“, Fotografie, 2014 (Ausstellungsbeitrag zu MUTOPIA)
  Alberto Fiori (Berlin) – Komposition   Alberto Fiori

Die Kompositionen von Alberto Fiori sind durchzogen von Fragestellungen zu Zeit und Erinnerung. Unter Verwendung verschiedener Applikationsmedien agiert der Komponist in unterschiedlichen musikalischen Feldern und erforscht dabei, wie der Raum mit der Zeit, die Form mit dem Rhythmus nachhallt. Um seine musikalischen Visionen auszudrücken, macht er Gebrauch von verschiedenen Instrumenten, Techniken und Technologien.
1976 in Rom geboren und heute in Berlin lebend, studierte er Disciplines of Art Music and Theatre an der Bologna Universität, Italien, legte seinen Bachelor in Angewandter Musik am Bologna G.B Martini Konservatorium für Musik und seinen Master cum laude im Ferarra G. Frescobaldi Konservatorium ab und besuchte die Meisterklasse von Salvatore Sciarrino, Roscoe Mitchell und Anthony Braxton. Für seine Arbeiten gewann er mehrere Preise und Stipendien im In- und Ausland, darunter eine Residenz am Omi International Arts Center New York, USA oder 2005 den Preis für den besten Pianisten beim internationalen Jazz Festival „Ai Confini tra Sardegna e Jazz“, Sant’Anna Arresi, Italien. Seine Stücke wurden u.a. in den Sophiensaelen (Berlin), dem Sziget Festival (Budapest) oder dem Bologna Opera House aufgeführt.



Abbildung: Notenblatt aus dem Stück „Pluto“

www.soundcloud.com/alberto-fiori
 David Kroell (Berlin) – Skulptur/Installation   David Kroell

David Kroell arbeitet mit minimalen räumlichen Interventionen, mit kleinen Eingriffen, Resten, Veränderungsprozessen. Seine Ausstellungen werden – an der Grenze zwischen Raum, Zeit/Prozess und Besucher*in – zum „Material“, das skulptural geformt und seiner Eigendynamik überlassen wird: Wände „häuten“ sich im Laufe der Ausstellung selbst, Böden zeichnen die Bewegungen der Besucher*innen auf oder architektonische Details werden nahtlos – zwecklos – in die Decken des Raumes eingepasst.
Geboren 1985 in Xanten, heute lebt und arbeitet er in Berlin. Er studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin bei Rebecca Horn und Gregor Schneider. Neben dem Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn erhielt er eine Projektförderung der Akademie der Künste, sowie Residenzaufenthalte in Wien, Kiew, Istanbul und Bahrain. Seine Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen u.a. in der Kunsthalle Recklinghausen, Adhoc Bochum, Haus am Kleistpark, Bourouina Gallery Berlin, Künstlerhaus Dortmund, b-05 Montabaur, Kunstverein Heidelberg und Kunsthalle Bremerhaven gezeigt.


Abbildung: „TAPETE“, MDF, Holz, Acrylat, Leim, Gipskartonwand, 2013

www.david-kroell.de
 Doris Kouba (Hamburg) – Übersetzung   Doris Kouba

Als Kind von Exilierten gewinnt man vielleicht einen besonderen Bezug zu Vatersprache und Mutterland, mithin zu Mutter Sprache als Haus des Seins. Und begreift: Übersetzen und Schreiben als Ausdruck der conditio humana sind der unwiderlegbarer Beweis für die Gabe des Menschen, nicht nur zu denken und zu fühlen, sondern dies auch zu kommunizieren. Wenn zuweilen Sprachlosigkeit herrscht, sehnt man sich doch nach der Kraft des Wortes, denn Sprache als Haus des Seins ist das ungeheure Gebälk und Bretterwerk der Begriffe, an das sich klammernd der bedürftige Mensch sich durch das Leben rettet. Den Namen eines Dings zu kennen heißt, seine Essenz zu kennen – und was wäre das Leben anderes, als ein steter Lauf des Erinnerns, Erkennens, Erzählens.
Doris Kouba wurde als Tochter einer Sudetendeutschen und eines Tschechen 1974 in Darmstadt geboren und hat nach abgebrochenem Jura-Studium ab 1994 Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Slawistik, Politische Wissenschaften und Journalistik an der Universität Hamburg studiert. Seit 2000 arbeitet sie als freiberufliche Übersetzerin aus dem Tschechischen, Slowakischen und Englischen (mehrere Veröffentlichungen und Auszeichnungen). Ihre aktuellen Übersetzungsprojekte aus dem Tschechischen sind Ivan Matoušeks Novelle „Oslava“ (Die Feier) und Milena Slavickás Erzählband „Ona“ (Sie), zudem arbeitet Doris Kouba an eigenen Prosaprojekten. Sie lebt in Hamburg, Prag und König(in)grätz.


Abbildung: Leseprobe einer Übersetzung von Josef Pánek „Die Liebe in Zeiten des Klimawandels“ (Klak-Verlag, Berlin 2020)

  Lisa Wilkens (Berlin) – Malerei/Zeichnung   Lisa Wilkens

Lisa Wilkens bewegt sich mit ihrer Arbeit entlang der Schnittstelle von Zeichnung und Druckgrafik, Produktion und Reproduktion, Technik und Technologie, Mensch und Maschine. Dabei geht es ihr immer wieder um das Nachdenken, Erkennen, Hinterfragen, Benennen und Visualisieren von Produktionsverhältnissen und -interessen.
Sie wurde 1978 in Berlin geboren, wo sie auch heute lebt und arbeitet. Nach ihrem Studium der wissenschaftlichen Illustration in Zürich/Schweiz absolvierte sie ihren Master in Bildender Kunst mit Schwerpunkt Druckgrafik am Camberwell College London/UK. Sie nahm teil am post-akademischen Forschungsprogramm des Higher Institute for Fine Arts (HISK) in Gent, Belgien und erhielt über die Ludwig-Stiftung eine Gastprofessur für Druckgrafik an der Kunsthochschule Weißensee, Berlin. Ihre Arbeiten wurden in Einzelausstellungen wie der PAPER Gallery Manchester/England sowie der Galerie Mitte in Bremen und dem Projektraum Arrière-Pensée in Gent/Belgien gezeigt. Lisa Wilkens nahm unter anderem an Gruppenausstellungen im ICA, Saatchi Gallery und Block 336 in London, sowie im ISELP und im BOZAR in Brüssel, Belgien teil. 


Abbildung: „Motion Studies – Bewegungstudien“ Autodesk Fusion 360, Buzzed Filament, 2017

lisawilkens.com
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