Juni

  Cécile Bally (Berlin) – Tanz/Performance   Cécile Bally

Cécile Bally ergründet humoristisch die Bereiche der Rationalität und des magischen Realismus in Performances. Zudem beinhalten diese Performances Wurzeln aus dem Genre der Science-Fiction, aus der Sozialkritik sowie einer utopischen als auch dystopischen Durchleuchtung von Entitäten, triggernden Träumen und Alpträumen. Die Betrachtungen aus der Bachelorarbeit zum Thema „Entscheidungstheorie über die Ideenentstehung und -entwicklung in Tanzproben-Prozessen“ finden bis heute in Ihrer künstlerischen Arbeit einen Platz.
Sie ist eine französische, 1989 in Paris geborene, in Berlin ansässige Choreografin und Performerin, die im Bereich Tanz und Choreographie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz der Universität der Künste Berlin graduierte. Ihre Arbeiten wurden unterstützt und aufgeführt u.a. in Spielstätten wie den Sophiensaelen, im Bauhaus Dessau oder im Het Veem Theater in den Niederlanden. Sie erhielt u.a. die Goethe Institut Nachwuchsförderung 2015, eine Einstiegsförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa 2017 oder eine Unterstützung aus der Haupstadtkulturfonds Förderung 2018 und 2019.


Abbildung: Ausschnitt aus der Performance „THE SLEEP OF REASON“, 2017 - Tanztage - Sophiensaele Berlin

cecilebally.com

Nicole Cogiel und Julia Beck (Berlin) – Kuration   Katrin Neubert

Nicole Cogiel und Julia Beck gestalten unter dem Titel MUTOPIA das erste dreimonatige Umweltstipendium in der Kooperation von Künstlerhaus Lukas und Neuem Kunsthaus. Ausgehend von ausgewählten künstlerischen Beiträgen wird das Thema Nachhaltigkeit mit einem interaktiven und interdisziplinären Ansatz in co-kreativen Formaten in  unterschiedlichen Lebensbereichen erlebbar und spürbar gemacht. Durch die Verbindung von Kunst, Begegnung und Austausch, Emotionen und aktivem Tun, werden während der Ausstellungszeit gemeinsam beispielgebende konkrete Lösungsansätze für ein aktives nachhaltiges Leben entwickelt.
1982 in Duisburg geboren und in Berlin lebend, studierte Nicole Cogiel angewandte Geographie, Soziologie und Ethnologie an der Universität Trier und in Bergen/Norwegen. Heute arbeitet sie freiberuflich als kreative Prozessbegleiterin und Coach. Sie begleitet zukunftsgerichtet Veränderungs- und Strategieprozesse von Unternehmen, Teams und Einzelpersonen und nutzt dabei Methoden aus dem Design Thinking, systemischen und agilen Coaching sowie den Prinzipien der Achtsamkeit. Julia Beck, 1988 in Feldkirch/Österreich geboren, studierte Unternehmensführung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft am Management Center Innsbruck/ Österreich sowie Innovation and Management in Tourism an der Fachhochschule Salzburg/Österreich. Heute ist sie mit einer Kreativagentur für Konzeptentwicklung und Projektbegleitung in Frastanz/Österreich selbständig tätig. Ihr Fokus liegt darauf, Erlebnisse zu kreieren, (öffentliche) Räume zu gestalten, Begegnungen zu schaffen und Möglichkeiten für Perspektivenwechsel zu bieten.



Abbildung: Ausschnitt eines Objektes von Katrin Neubert „contagius - Mikrobiologie und Viren“, Keramik, 2005 (Ausstellungsbeitrag zu MUTOPIA)
  Isabel Fargo Cole (Berlin) – Literarische Übersetzung/Prosa   Isabel Fargo Cole

„Die Übersetzerin und Autorin Isabel Fargo Cole hat vor allem für Figuren eine Begabung, wohl weil eine Amerikanerin die ethnographischen Eigenarten besser einfängt als viele popmagazinmäßig daherkommende Berlin-Romane und sei an und für sich schon eine Pointe“ – so Maike Albath über ihren Roman „Das Gift der Biene“. Die Schilderungen vermitteln tatsächlich etwas von der speziellen Berliner Atmosphäre jener Zeit, als man von einer Mischung aus Underground, trotzigen Beharrungskräften, ernst zu nehmenden Kunstprojekten und Goldgräbertum umgeben war.
Geboren 1973 in Galena, Illinois/USA, wuchs sie in New York City auf und studierte Geisteswissenschaften an der University of Chicago. Seit 1995 lebt sie in Berlin als Autorin und Übersetzerin aus dem Deutschen u.a. von Annemarie Schwarzenbach, Wolfgang Hilbig, Franz Fühmann und Alexander Kluge. Ihre Übersetzung von Wolfgang Hilbigs „Alte Abdeckerei“ wurde 2018 mit dem Helen & Kurt Wolff Prize ausgezeichnet. Seit 2005 schreibt sie auf Deutsch und veröffentlicht Kurzprosa und Essays u.a. in Sinn und Form. Ihr Romandebüt „Die grüne Grenze“ (Edition Nautilus, 2017) wurde für den Klaus-Michael-Kühne-Prize 2017 und 2018 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Ihr zweiter Roman „Das Gift der Biene“ erschien 2019 in der Edition Nautilus und wurde für die LiteraTour Nord ausgewählt.


Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus „Ostzeit übersetzen – ein Ausflug nach Meuselwitz“ 
  Hyunho Park (Berlin) – Skulptur/Installation   Hyunho Park

Hyonho Parks Installationen sind geprägt durch Fragestellungen zur Virtualität der künstlerischen Arbeit, der gesellschaftlichen Verfasstheit postindustrieller Standorte und den Optionen künstlerischer Produktionen in heutigen Verhältnissen. Dabei untersucht und entwickelt er alternative Methoden von Malerei, beispielsweise in seinem Arbeitsraum „Temporäre Autonome Zone (TAZ)”.
1982 in Wonju/Korea geboren und heute in Berlin lebend, studierte er Fotografie am Seoul Institute of the Arts, sowie Bildhauerei/Public Art als Diplom und Meisterstudium bei Prof. Georg Winter an der Hochschule der Bildendenden Künste Saar. Seine Werke präsentierte er bereits in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen, wie Volume V in der Kunsthalle Mannheim, no lemons no melon no melons no lemon im oMo artspace Berlin, TAZ in der Galerie Kiosk24 in Herford oder zuletzt Time Crystals im OKK Raum29 Berlin.


Abbildung: Ausschnitt aus „TAZ, Raum Nr. 14“, MDF Holz, Papier, 210 x 280 x 210 cm, 2019

  Vanessa Souli (Berlin) – Kuration   Vanessa Souli

Wie viel von dem, was wir wollen, brauchen wir? Dieser Frage widmet die Gastkuratorin Vanessa Souli ihre Ausstellung „Paganismus“ die im September im Neuen Kunsthaus gezeigt werden wird. Dabei konzentriert sie sich in ihrer kuratorischen Forschung auf das Zeitalter des Anthropozän und welche Bedeutung das Heidentum darin hat. Für das Projekt wählte sie fünf künstlerische Positionen aus, in denen die Beziehung von Text und Bild besondere Bedeutung in diesem Themenkomplex haben.
Sie wurde 1992 in Athen geboren und lebt heute in Berlin. Nach Absolvierung eines BA in englischer Sprache und Literatur und eines MA in Kunstmanagement mit Schwerpunkt auf Kuration ist sie derzeit als freie Kuratorin, Autorin und Kulturmanagerin tätig. Sie arbeitete unter anderem für die Biennale von Thessaloniki 2015, das Staatliche Museum für Zeitgenössische Kunst in Thessaloniki, das Athens Digital Arts Festival und das Museum Barberini. Zudem betreut sie seit 2017 zahlreiche Ausstellungen in den Niederlanden, Berlin, Leipzig und Potsdam und veröffentlicht Artikel in Kunstmagazinen wie dem „Art Dependence“.


Abbildung: Ausschnitt aus Katharina Arndt „Bored to Death in PARADISE“, LEDs, Widerstände, Plexi, Schrauben, Kette, Netzteil, 2019 (Beitrag aus der Ausstellung PAGANISMUS)

www.vanessa-souli.com
  Susanne Stephan (Stuttgart) – Prosa   Susanne Stephan

Susanne Stephan schreibt Lyrik und Prosa. Derzeit arbeitet sie an einem historischen Roman und an einem essayistisch-erzählenden Projekt zur Geschichte der Feuerplätze und Brennstoffe: von der Weitergabe der Mythen am Lagerfeuer über das
Erzählen am Kamin und das Philosophieren am verborgenen Feuer eines Kachelofens bis zum heutigen ‚Streamen‘ von Serien und ‚Fireplace‘-Videos. Über ihre Lyrik spricht Jenny Erpenbeck in einer Laudatio: „Die Gedichte sind scharf, sie kippen, sie tun sich plötzlich auf, wo man es nicht erwartet, sie schauen die Dinge verkehrt herum an, aber vor allem tun sie etwas, was nach aller Befreiung der Sprache, die wir hinter uns haben (…) mir als Segen erscheint: Sie bringen Gedanken zum Vorschein.“
1963 in Aachen geboren, lebt sie heute in Stuttgart. Sie veröffentlichte Gedichtbände, zuletzt den Band „Nelken“ in der Reihe Naturkunden von Matthes & Seitz. Sie erhielt mehrere Preise und Stipendien, unter anderem für das Deutsche Studienzentrum in Venedig und für die Casa Baldi in Olevano Romano.


Abbildung: Ausschnitt einer Leseprobe aus dem Projekt „Der Held und seine Heizung“, 2018
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