Juli

  Sascha Janko Dragićević (Berlin) – Komposition   Sascha Janko Dragicevic

Sascha Janko Dragićević widmet sich als Komponist einem Klangspektrum, das durch die Verbindung von Instrumental- und Vokalmusik mit elektroakustischen Klängen über das „Menschenmögliche“ hinausweisen und somit neue Klangräume eröffnen möchte. Komplexe rhythmische Gestalten und stark verfeinerte Klangfarblichkeit zeichnen seine Arbeiten aus. Als Musiker ist er seit seiner Jugend auch im Bereich des Jazz und der Improvisierten Musik tätig und tritt als Klangregisseur und live-Elektroniker, sowie als Pianist bei Aufführungen seiner eigenen Werke auf.
1969 in Bonn geboren, studierte er an der Musikhochschule Köln Komposition, Klavier, Kammermusik, zeitgenössische Kammermusik und Improvisation. Viele seiner Werke wurden international von namhaften Interpreten, wie dem Ensemble Modern, dem Minguet Quartett, dem Ensemble Adapter, oder aktuell dem Collegium Novum Zürich aufgeführt. Seine Musik wurde u. a. bei den Festivals Wien Modern, IRCAM Manifeste Paris, dem Internationalen Beethovenfest Bonn und der Reihe Unerhörte Musik (BKA Berlin) gespielt. Zu den zahlreichen Auszeichnungen gehören z.B. ein Stipendium an der Cité Internationale des Arts Paris oder der erste Preis beim 13. internationalen Kompositionswettbewerb der Musiktage Hitzacker. Er lebt und arbeitet in Berlin.


Abbildung: Ausschnitt eines Notenblattes aus „SYMBIOSEN“, für Fagott, Saxophon und Elektronik, 2019 

www.sascha-dragicevic.com
  Annika Grabold (Hamburg) – Fotografie   Annika Grabold

Annika Grabolds künstlerisches Denken und Schaffen ist geprägt davon, Strukturen und Konzepte, sprich Meta-Ebenen in ihrer Umgebung zu beobachten und diese fotografisch umzusetzen, bzw. darzustellen. Natur- und  wissenschaftliche Denkmodelle spielen dabei oft eine Rolle, die hin und wieder zu einem höheren Grad der visuellen Abstraktion führen. Ihre Arbeiten sind als ganzheitlicher Prozess zu verstehen - in der Regel beginnend an einem ganz persönlichen Punkt, Dilemma oder einer Problematik auf stark emotionaler Basis.
1995 in Langen/Hessen geboren und heute in Hamburg lebend, studierte sie an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und an der Estonian Academy of Arts, Tallinn sowie an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Ihre Werke waren in den Ausstellungen „plexus“ in der ISFAG Gallery Tallinn, „Comment ai-je pu me perdre?” im Goethe Institut Paris, „Durchdringung“ in den Opelvillen Rüsselsheim (Einzelausstellung) oder „Junge Kunst mit Zukunft“ im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zu sehen. Zudem erhielt sie den Fotoförderpreis der Deutschen Börse Photography Foundation (2017), die Katalogförderung der Union Investment Stiftung (2017), sowie eine Shortlistplatzierung als »Beste Nachwuchsarbeit« des Vonovia Award für Fotografie (2018).


Abbildung: „Durchdringung“ Detail einer Ausstellungsansicht, 13 Inkjetprints, kaschiert und gerahmt, versch. handgetöpferte glasierte Keramiken, Regalbretter, 50 cm x 34 cm

www.grabold.de
  Franziska Hauser (Berlin) – Fotografie/Literatur   Franziska Hauser

Franziska Hauser arbeitet als Fotografin und Autorin. Das Schreiben eines Romans ist für sie immer wie ein Forschungsauftrag, in dem gelebte, auch eigene familiäre Ereignisse mit Fiktion zusammenfließen. Oft vergleicht sie ihre Texte mit alten Fotos, denen sie literarisch nachspürt.
1975 in Berlin geboren, studierte sie Bühnenbild und Fotografie an der Weißensee Kunsthochschule Berlin und der Fotoschule am Schiffbauerdamm Berlin. Ihr dritter Roman „Die Glasschwestern“ erschien im Eichborn Verlag, wo bereits der Roman „Die Gewitterschwimmerin“ erschien, der 2018 für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Ihr erster Roman „Sommerdreieck“ erschien bei Rowohlt und gewann den Debütantenpreis der lit.Cologne 2015. Ihr Fotobildband „Sieben Jahre Luxus“ erschien 2015 im Kehrer Verlag. Sie lebt und arbeitet in Berlin.


Abbildung: Franziska Hauser (Foto: Dirk Skiba)

www.foto-haus.info
  Lovis Hoock (Stralsund) – Poetry Slam   Lovis Hoock

Lovis Hoock setzt sich bevorzugt sozialkritisch mit aktuellen Themen auseinander und will zum Nachdenken anregen. 2019 erhielt sie in Rostock den Titel „Master of Slam“, für den sie einen einwöchigen Arbeitsaufenthalt in Begleitung der Tutorin Franziska Hauser im Künstlerhaus Lukas erhielt. Sie schreibt schon lange Texte, die bisher nur selten öffentlich wurden. Erst die Entdeckung des Poetry Slams gab ihr eine Bühne. 1989 geboren, studiert sie derzeit Leisure and Tourism Management in Stralsund, wo sie auch lebt.

Abbildung: Lovis Hoock
  Annelen Käferstein (Berlin) – Malerei   Annelen Käferstein

Annelen Käferstein arbeitet auf großflächigen Leinwänden mit sich überlagernden Bildebenen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, um bewusst den Malprozess sichtbar werden zu lassen. Dabei arbeitet sie mit einer Strategie des gelenkten Zufalls mit dem Wechselspiel, zwischen zufälliger Konstellation und kalkulierter Setzung. Schicht um Schicht laufen die Farben ineinander oder überlagern sich. Traumhaftes entsteht, dessen Rätseleien sich Erklärungsversuchen entziehen.
1973 geboren, studierte sie an der Hochschule der Künste Berlin und war anschließend Meisterschülerin bei Professor Henning Kürschner. Es folgten zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u.a. bei „Abstrakt“ in der White Brush Gallery Düsseldorf (2016). 2019 erhielt sie für ihr Werk „Solaris“ den Kunstpreis der AOK-Nordost, der ihr den Gastaufenthalt im Künstlerhaus Lukas ermöglicht. Sie lebt und arbeitet in Berlin.


Abbildung: Ausschnitt aus „Solaris“, Mischtechnik/Leinwand, 210 x 250 cm, 2019

www.annelenkaeferstein.de
  Kristina Paustian (Berlin) – Video/Installation   Kristina Paustian

Kristina Paustian sieht hinter jedem System immer den Menschen als ein spannendes, ein träumendes und ein bedrohliches Subjekt. In ihren Projekten sucht sie das Gleichgewicht zwischen kritischer Realität und der Fiktion; zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Somit spielen Utopien und Dystopien und die Verhältnisse zwischen Gesellschaftssystemen und Individuen eine bedeutsame Rolle in ihren Videos.
1985 in Omsk/Russland geboren und heute in Berlin lebend, studierte sie in der Klasse Medienkunst und Narrativer Film bei Thomas Arslan an der Universität der Künste Berlin. Für ihren ersten Dokumentarfilm „ZAPLYV – Die Schwimmer“ (2015, 77 min.) erhielt sie den ARTE Dokumentarfilmpreis für den besten Film und war 2017 Teil des Berlinale Talenteprogramms. Zudem war sie Stipendiatin des Elsa-Neumann Programms, sowie der Robert Bosch Stiftung. Ihre Arbeiten wurde u.a. auf der Athen Biennale, dem Maxxi Museum Rom, der Volksbühne Berlin oder dem Torino Film Festival gezeigt.


Abbildung: Ausschnitt eines Filmstills von „Timekeeper“, Kinematographie Sarah Yona Zweig, 2017-2022

www.kristinapaustian.com
  Bastian Reinert (Berlin) – Literatur   Bastian Reinert

Bastian Reinert geht in seinem Schreiben von den politischen und gesell-schaftlichen Katastrophen unserer Gegenwart aus, von der Sprachlosigkeit darüber und der Notwendigkeit, dennoch Mittel finden zu müssen für eine literarische Zeugenschaft unserer Zeit. Dabei verfolgt er eine Ästhetik und Ethik der Solidarität mit denen, die keine Stimme (mehr) haben oder sich diese nur schwer verschaffen können und versteht seine Literatur als Engagement gegen rechte und völkisch-nationalistische Diskurse.
1979 in Wolfsburg geboren, studierte er deutsche und amerikanische Literatur und Geschichte an der Freien Universität Berlin, am University College London und der Washington University in St. Louis, Missouri. An der University of Chicago folgte ein Promotionsstudium mit einem Projekt zum Theater der Toten bei Samuel Beckett, Heiner Müller und Elfriede Jelinek. Zu seinen Publikationen in diesem Kontext gehören u. a. Translating Memory. Acts of Testimony in Resnais, Cayrol and Celan (2017) sowie Intertextualität – Korrelationen – Korrespondenzen. Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard (2019). Bastian Reinert veröffentlichte Gedichte und Aphorismen in den Zeitschriften die horen, manuskripte, Sinn und Form, DAS GEDICHT, konzepte u.a. Er lebt und arbeitet zudem als Literaturkritiker und Lehrbeauftragter für deutsche Literatur in Berlin.


Abbildung: Leseprobe „Anderwärts“, 2018
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