Juni

  Prof. Paul-Heinz Dittrich - Zeuthen  

geboren 1930 in Gornsdorf, Erzgebirge | 1951-56 Studium an der Hochschule für Musik Leipzig Abschluss mit Staatsexamen im Fach Komposition | 1958-60 Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin bei Prof. Rudolf Wagner – Regeny | 1960-70 Lehrer an der Hochschule für Musik Berlin | 1976 frei- schaffend als Komponist tätig | 1978 Gastprofessur an der Hochschule für Freie Musik Freiburg / Brsg. |1980 Gastprofessur am Arnold Schoenberg – Institut Los Angeles USA an der Universität San Diego und Buffalo | 1981 und 1987 „scholar in residence“ der Rockefeller – Foundation in Bellagio, Italien | 1984 Einladung und Aufenthalt im IRCAM – Institut Paris | 1984 Einladung an die Sorbonne, Universität Paris | 1988 und 1989 Gastprofessur an der Hochschule für Musik Köln in Heimbach | 1990 Gastprofessur in Israel, „Samuel Rubin Academy Tel Aviv“ und „Hebrew – University Jerusalem“ | 1992 Gastprofessur an der Universität Daegu, Südekorea und Goethe – Institut, Seoul | Gastprofessur in St. Petersburg und Moskau, Russland | Preise u.a.: 1976 Preis der UNESCO, Rostrum of Composers in Paris; 1988 Nationalpreis; 1998 Ordentl. Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden | Ernennungen u.a.: 1991 Künstlerischer Leiter des „Branden- burgischen Colloquiums für Neue Musik“, Rheinsberg; 1991 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin  

Paul-Heinz Dittrichs Musik kann man als Musik erheblicher Kompliziertheit und dennoch großer Poesie beschreiben. Seine Musik spannt Räume auf – Landschaften, die das Ohr noch nie erkundet hatte – obwohl Dittrich die spektakuläre Geste, das herausstechend, Unerhörte verschmäht. Auch im Genre Musikdrama beschritt er seine Wege, die mit einem Thesentheater nichts mehr gemeinsam haben. Zum Missfallen der Obrigkeit, die dahinter nur kapitalistische Dekadenz witterte, bezog er elektronische Mittel in seine Musik ein, sobald sich die Möglichkeiten boten. Im Osten löste seine Musik damit heftige Diskussion aus, im Westen jedoch verbucht man sie gerne als Belege für die Modernität der ostdeutschen Kultur. Wünschen nach Anpassungen widerstand er stets souverän, auch solchen aus dem Westen: Als sein Verlag ihn drängte, seine Klaviermusik im Hinblick auf leichtere Spielbarkeit zu bearbeiten, hat er ihn verlassen. 

Abbildung: Ausschnitt aus einem Notenblatt

  Helga Krook - Stockholm  

geboren in Uppsala/Schweden und dort aufgewachsen | Studium Literatur und Sprachen an den Universitäten in Lund, Braunschweig und Göteborg | Zur Zeit arbeitet sie an einer Dissertation in literarische Gestaltung an der Universität Göteborg auf dem Thema Biografie, Dokument und Fiktion | 1997 hatsie ihre erste Gedichtsammlung veröffentlicht, Bildvägg | Es folgten De siamesiska 2000, Mjölk och gator 2004 und Grönska träd och träd som ser 2009 | sie verfasste ein Hörspiel für den schwedischen Rundfunk und erstellte mehrere Übersetzungen aus dem Deutschen und Französischen, zuletzt Requiem von Rainer Marie Rilke | momentan lebt sie in Stockholm

Helga Krook ist sehr in der schwedischen Lyrik verwurzelt. Sie wurde unter Anderem von Lars Norén, Birgitta Trotzig und Ann Jäderlund tief beeinflusst, aber auch von deutschsprachigen Lyrikern wie Nelly Sachs und seit neu- estem Anja Utler. In ihrer Forschungsarbeit untersucht sie die Grenzen oder Bruchstellen zwischen einem lyrischen und einem dokumentarischen Er- zählen. Ihre grundsätzliche Frage ist, ob es möglich ist, ohne Macht zu erzählen.

Abbildung: Leseprobe aus dem Gedichtband „Mjölk och gator“, 2004

  Julia Ludwig - Berlin  

geboren 1982 in Leipzig | Studium der Malerei und Grafik an der Burg Gie- bichenstein Kunsthochschule Halle | 2009 Diplom für Malerei und Grafik | 2009 Arbeitsaufenthalt in Shanghai/China | 2011 Abschluss/ Meisterschülerstudium bei Prof. Ute Pleuger, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | Ausstel- lungen u.a.: 2010 Ausstellung Eberhard-Dietzsch-Kunstpreis, Gera | Aus- stellung Klasse Pleuger, Erholungshaus der Bayer AG, Leverkusen | Aus- wahlausstellung Stipendium Werkstatt Plettenberg, Rathaussaal, Plettenberg | 2009 Berliner Liste- Messe für aktuelle Kunst | Einzelausstellung: „a thing that is. Malerei und Druckgrafik.“ Michaeliskirche, Erfurt | Stipendien: 2006 EILC- Stipendium Ioannina; Erasmus-Stipendium Athen/ Griechenland; 2011  Wohn- und Arbeitsstipendium Stadt Wertingen



In meiner malerischen Arbeit suche ich immer neu nach einem bestimmten Verhältnis von Bildmotiv und Farbe. Die Farbe wird dazu in Schichten auf- getragen. Es entstehen leuchtende Flächen, die das Motiv hervortreten lassen. Die Bilder zeigen Gegenständliches, sind aber auch als Kombina- tionen farbiger Flächen wahrnehmbar. Auch in den Radierungen haben die Bildthemen immer im Zusammenhang mit den Komponenten Linie und Fläche Bedeutung.Die Arbeiten zeigen ein optisches Wechselspiel dieser Komponenten, an dem der Betrachter teilhaben kann.


Abbildung: Ausschnitt aus ohne Titel, Öl auf Leinwand, 240 x 340 cm, 2008

  Gudrun von Maltzan - Paris  

geboren 1941 in Schloss Grubenhagen / Mecklenburg |1951 lebt in Berlin |1958-1961 Studium im Lette-Verein Mode und Mode-Illustration, Berlin | 1964-1965 Studium an der Akademie der Bildenden Künste ,Klasse Bühnen- bild, München | 1965-1966 Kostümbildnerin an der Landesbühne Schleswig-Holstein | 1966-1969 Aufenthalt in Nancy und Paris, Radierung, Frankreich | 1969-1973 Aufenthalt in Tunesien, unterrichtet an der Ecole des Beaux-Arts de Tunis | 1991-2006 Lehramt an der Kunsthochschule LE Quai, Ecole Supérieure d’Art/Design de Mulhouse, Frankreich |2007 3-monatige Reise zum Zeichnen in Laos, China, Vietnam; Künstlerresidenz Irland « The Cill Rialaig Project » | 2008 1 Monat China zum Zeichnen; 1Monat Japan zum Zeichnen | 2010 1 Monat Japan zum Zeichnen | lebt und arbeitet seit 1973 in Paris | Einzelausstellungen u.a.: 2002 « JUSTE,POUR VOIR-DESSIN(S) », ENAD Limoges-Aubusson site Aubusson und Théâtre de l’Ùnion-cdn Limoges, Frankreich; 2001 « Les pays sages » CEAAC, Strasbourg; Le 19, Centre régional d’art contemporain,Montbéliard,MuséeBaronMartin,Gray, Frankreich | Preise u.a. : 1999 Kunstpreis der Stadt Mulhouse und dem Conseil général du Haut-Rhin ; 1989 1.Preis des Video-festivals von Val-de-Marne,Frankreich  

Gudrun von Maltzan zeichnet Bäume die aus dem Nebel wachsen. Sie hat eine ganz eigene Methode gefunden sich der Wirrniss der Zweige und Äste und Blätter und Nadeln zu widmen. Der zu bezeichnende Papierstreifen wird handlich gerollt. Es geht nur in eine Richtung, vertikal oder horizontal, der Baum wird Stück für Stück von unten nach oben abgezeichnet. Ihre Zeich- nung ist ein langsames und behutsames Abtasten. Gudrun von Maltzan verzichtet bewusst auf den großen graphischen Übersichtsplan. Das Objekt wird anhand der kleinsten beobachtbaren Einheiten zusammengesetzt. Der großen Überblickszeichnung misstraut sie. Der Verzicht auf das Panorama bedeutet einen Verzicht von Wertungen. 

Abbildung: Ausschnitt aus „Hallalit“, Zeichnung, 2002
  Sven Taddicken - Berlin  

geboren 1974 in Hamburg, beginnt 1996 mit dem Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits mehrere Kurzfilme realisiert. 1999 wird sein Hochschulfilm SCHÄFCHEN ZÄHLEN für den Studenten-Oscar nominiert. 2000 erhält Taddicken das Caligari-Stipendium. 2004 folgt das Stipendium der Akademie der Künste Berlin ‚Junge Akademie’ und 2007 das Stipendium der Villa Aurora/Los Angeles. Der Spielfilm MEIN BRUDER DER VAMPIR (2001) wird mehrfach auf nationalen und internatio- nalen Festivals ausgezeichnet (u.a. Brooklyn, Rotterdam, London). Sven Taddickens zweiter Spielfilm EMMAS GLÜCK lief 2006 europaweit in den Kinos und erhielt ebenfalls mehrere Preise, zuletzt in New York und Sevilla. 2009 startete seine Piratenkomödie ZWÖLF METER OHNE KOPF in den Kinos, die „wahre Geschichte der Nordseeräuber Klaus Störtebeker und Gödeke Michels“.   

Ein guter Film zieht nicht spurlos vorbei. Er kann absurd komisch sein, und manchmal beißt er, oder rührt zu Tränen. Am Ende verlässt man ihn mit neuen Gedanken und neuem Mut. Und wenn es einfach nur darum geht, mal wieder ein neues Kochrezept auszuprobieren oder einen alten Freund anzurufen... Filme treiben uns voran. Dafür brauchen wir sie.

Abbildung: Ausschnitt aus dem Film „Emmas Glück“
  Robin Thiesmeyer - Berlin  

geboren 1979 in Bonn | 1999-2001 Studium an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn: Philosophie, Politische Wissenschaften, Geschichte | 2002-2009 Studium des Kreativen Schreiben und Kultur- journalismus an der Universität Hildesheim | 2003-2005 Hilfswissenschaft- licher Mitarbeiter Institut für Deutsche Sprache und Literatur an der Univer- sität Hildesheim | Februar 2006 Teilnahme am 14. Open Mike. Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Literatur der Literaturwerkstatt Berlin | Januar 2007 Arbeitsstipendium des Landes Niedersachsen | Juni 2008 Stipendiat 12. Klagenfurter Literaturkurs | Dez 2008-Feb 2009 Aufenthalts- stipendium im Künstlerdorf Schöppingen | November 2009 Abschluss des Kurzprosa-Projekts mit dem Titel: „Du behauptest ein Bauer zu sein, aber wir sehen dich nicht pflügen, da wir wissen wollen wie du pflügst, beschreibe es uns in verständlicher Form“ | Publikationen u.a.: Mick der Fisch In: BELLA triste Zeitschreift für junge Literatur Nr.20.2008; Die Hasenfarm In: 14. open mike. Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Literatur der Literaturwerkstatt Berlin. Allitera Verlag, München 2006.  

Während seines Aufenthalts im Künstlerhaus Lukas im Juni, beabsichtigt er die Arbeit an seinem Roman Projekt mit dem Arbeitstitel „FILOW“ fortzusetzen.
Bei seinen bisher veröffentlichten Arbeiten handelt es sich im Wesentlichen um Kurzgeschichten und kurze Erzählungen. Die stilistische Ausarbeitung und das Streben nach einem hohen sprachlichen Niveau stehen dabei im Mittelpunkt seiner Arbeitsweise. So versucht er sich häufig dem Ideal anzunähern, durch eine stetige Überarbeitung des Textes eine suggesstive Sprachwirkung zu erzielen, die den Leser an den Text bindet.

Abbildung: Ausschnitt aus der Leseprobe von „Mick der Fisch“
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