Juni

  Yingmei Duan - Tanzperformance  

geboren 1969 in China | 2005 - 2006 Meisterschülerin bei Marina Abramovic, Birgit Hein und Christoph Schlingensief sowie Michihiro Shimabuku an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig | 1998 - 2005 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig | 1996 - 1997 Studium im Fachbereich Bildhauerei an der zentralen Akademie für Kunst und Design in Peking/China | 1993 - 1994 Studium im Fachbereich Grafikdesign an der zentralen Akademie für Kunst und Design in Peking | 1991 - 1993 Studium im Fachbereich Ölmalerei und Wandmalerei an der zentralen Akademie der Bildenden Künste in Peking | 2011 „INFR'ACTION VENEZIA in Venedig/Italien | 2011 „NOMADIC SETTLERS – SETTLED NOMADS”, Kunstraum Kreuz-berg/Bethanien, Berlin | 2008 Lilith Performance Studio in Malmö/Schweden | 2006 „Kaprow City” von Christoph Schlingensief, Volksbühne Berlin | 1993 - 1998 Freischaffende Künstlerin im East-Village und im Songzhuang Artists Village von Peking | lebt und arbeitet in Braunschweig

Yingmei Duan ist eine neugierige Beobachterin, die zu allen Lebensbereichen Fragen stellt, um beständig dazu zu lernen. Unvoreingenommen und spontan realisiert sie häufig situationsbezogene tänzerische Experimente, plant aber auch Performances mit großem organisatorischem Aufwand bis ins Detail genau. Mit dem Publikum arbeitet sie genauso gern interaktiv zusammen wie mit Künstlerkollegen oder Freunden und Bekannten aus den unterschiedlich- sten Berufen. Ihre Arbeit ist immer wieder Work in Progress, oft über lange Zeiträume hinweg. Häufig agiert sie wie schlafend in einer melancholischen Traumwelt, tritt verkörpert als Kranke oder Tote auf. Besonderes Interesse hat Yingmei an der Erforschung menschlicher Instinkte, Sehnsüchte und Abgründe. Sie bringt sich in ausgewählten Projekten in soziale Prozesse ein, hinterfragt gesellschaftliche Konventionen und Verhaltensweisen. In ihren Anfängen gehört Yingmei Duan zur chinesischen Avantgarde und lebte in Peking als Malerin im legendären Künstlerviertel East Village. 1995 nahm sie an der Performance „To add one meter to an anonymous mountain“ teil, die inzwischen zu einem Klassiker der chinesischen Moderne geworden ist. Zur reinen Performancekünstlerin wurde sie unter dem Einfluss von Marina Abramovic.

Abbildung: „I love computer“, Live performance, Dauer: 30 Min. Cebit in Hannover, 2005 (Fotografie: Stefan Simonsen)

  Thomas Florschuetz - Fotografie  

geboren 1957 in Zwickau | 1983 erste Ausstellung in Ost-Berlin | Stipendien u. a.: 2014 Stipendium Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop; 1988 Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle Angelegenheiten | Preise und Auszeichnungen u. a.: 2004 Deutscher Kritikerpreis für bildende Kunst; 1997 Förderpreis der Helmut-Kraft-Stiftung, Stuttgart; 1994 Dorothea von Stetten Kunstpreis in Bonn; 1987 erster Preis für junge europäische Fotografen in Frankfurt/Main | seit 2007 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Bildende Kunst | Einzelausstellungen u. a.: 2013 „Assembly“, Museum Wiesbaden; 2011 „Thomas Florschuetz: Museumsinsel“, Goethe-Institut Paris; 2006 „Articulacao“, Pinacoteca do Estado de Sao Paulo/Brasilien | Gruppenausstellungen u. a.: 2014 „Hommage an Klaus Hähner-Springmühl“, Galerie Pankow, Berlin; 2012 „Treffpunkt Berlin“, ARKEN Museum of Modern Art, Kopenhagen | lebt und arbeitet in Berlin und Rio de Janeiro

 

Thomas Florschuetz zählt zu den bedeutenden Fotokünstlern seiner Generation. Seine eigenständige Position im Bereich der künstlerischen Fotografie liegt in der Fokussierung auf die Körperhaftigkeit seiner Sujets begründet. Durch die fragmentarische Darstellung seiner Motive schafft er autonome Bilder, die neue Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnen. Es ist eine Neuvermessung des Gesehenen im Koordinatensystem der individuellen Erfahrung.

Abbildung: Ausschnitt aus „Ohne Titel (Wonder Valley) 01“, C-Print, Diasec, 2007/08 

  Sabine Herrmann - Malerei   

geboren 1961 in Meißen | 1981 - 1986 Studium der Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee | 1993 Gast der Jürgen Ponto-Stiftung, Frankfurt am Main | 1992 Arbeitsaufenthalt Villa Arson in Nizza/Frankreich | Preise und Auszeichnungen u. a.: 1997 Kunstpreis der VEAG, Berlin; 1996 Preisträgerin beim Kunstpreis der Volks- und Raiffeisen-banken; 1993 Kunstpreis der GrundkreditBank Berlin | Einzelausstellungen u. a.: 2012 „ART for a non-human“, Galerie wolkenbank, Rostock; 2007 „Minensucher“, Raab Galerie, Berlin | Gruppenausstellungen u. a.: 2011 „Berlin am Meer“, Galerie Pankow, Berlin; 2010 „Pleased to meet you, Enticing Ephemera“, Galerie im Deutschen Konsulat, New York/USA; 2004 „La Plie“, Galery Tatry, Bordeaux/ Frankreich | Kunst in öffentlichen Sammlungen: u.a. Landesmuseum Berlinische Galerie; Sammlung der Dresdener Bank AG Frankfurt/Main; Märkisches Museum Berlin | längere Arbeitsaufenthalte in Frankreich, Italien, Irland, Japan, USA | lebt und arbeitet in Berlin   

Sabine Herrmann hat ihre künstlerischen Prägungen dem von Angespannt- heit, Experimentierlust und Aufbruchsstimmung erfüllten schöpferischen Geschehen der Generation der 80er in der DDR zu verdanken und steht in der Kunstszene Berlins für eine malerische Haltung von beeindruckender handwerklicher Solidität und einer starken, politischen, aber kontemplativ geläuterten Weltergriffenheit, die sich in einfachen Bildformeln vermittelt. Die Kraft der Zeichen erwächst in ihrer Kunst aus der berückenden Synthese transparent gehaltener Farbgebiete zu übergreifenden, zur sphärischen Vision sich steigernden und mit poetischer Empfindung aufgeladenen Formen und Formandeutungen, deren ruhiger Präsenz und überlegenem Ausbalan- ciertsein als gleichsam schwebendes Gesamtkonstrukt. Sabine Herrmann ist die erste Stipendiatin in der Kooperation mit der Gemeinde und Kurverwaltung Ostseebad Wustrow sowie dem Dorint Strandresort & Spa Ostseebad Wustrow, deren atemberaubend farbige Malerei zudem im Fischlandhaus Ostseebad Wustrow in der Kuratorenschaft von Dr. Katrin Arrieta präsentiert werden wird. 

Abbildung: Ausschnitt aus „kasparow“, Pigmente, Acryl auf Farbpapier, 2011

  Yuko Kaseki - Tanz/Choreografie  

geboren 1962 in Chiba/Japan | Studium der Performing Arts an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig | seit 1995 freie Tänzerin, Choreografin und Lehrerin in Berlin | 1995 Gründung der Company „Cokaseki“ zusammen mit Marc Ates | Realisierung zahlreicher Produktionen mit Bildenden Künstlern und Musikern, aufgeführt in Europa, USA und Japan,     u. a. Tooboe, Kudan, all Alone, Ame to Ame | zahlreiche Förderungen, u. a. Hauptstadtkulturfond, Japan in Deutschland, Kulturaustausch vom Berliner Senat | lebt und arbeitet in Berlin  

Yuko Kasekis Arbeiten basieren auf japanischem Butoh und westlicher Performance-Technik und verbinden dies zu einem klaren und bildhaften Bewegungstheater. Die Dringlichkeit der Existenz wird in tragischen Komödien beleuchtet und in dichten Zeit- und Raumchoreografien zu kaleidoskopartigen Geschichten gebündelt. Der herausragenden Tanzperformerin wird im neuen Kunsthaus Ahrenshoop eine ganze Ausstellung gewidmet sein.

Abbildung: Ausschnitt aus „Tooboe - The Howl“, Tanzperformance, 40 Min., 2002

  Marie-Luise Meyer - Keramik/Installation  

geboren 1970 in Haselünne/Emsland | 1993 - 1999 Studium auf Burg Griebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle/Saale | 1990 - 1993 Töpferlehre in Kempten/Allgäu | 2003 - 2005 Lehrauftrag für Plastik und Keramik an der HKD Burg Griebichenstein | Preise und Stipendien u.a.: 2006 „Artist in Lab“, Arbeitsstipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt; 2003 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds, Berlin; 2000 Keramikpreis der Frechener Kulturstiftung | Einzelausstellungen u.a.: 2008 “Geschmacks-muster”, Atelier Karl Fulle, Rheinsberg; 2001 „Was bin ich“, Galerie Schmidt-Esters, Köln; 2000 "Exitmen", Nishi-Honmachi Intes Building, Takenaka Corporation Design Department, Osaka/Japan | Gruppenausstellungen u. a.:
2006 „Imitationen. Irritationen. Illusionen“, Hetjensmuseum – Deutsches Keramikmuseum, Düsseldorf; 2004 „1st EuCeCo“, Amaroussion/ Griechenland; 2003 „Leben im Fluß“ dreimonatiges Projekt mit Installationen von sieben Künstlern, im Mühlgraben, Halle/Saale; 2003 „Triennale für keramische Kunst“, Spiez/Schweiz | Mitbegründerin des Forums für zeitge-nössische Keramik Halle/Saale | lebt und arbeitet in Halle/Saale 
 

Marie-Luise Meyer verbindet in ihren Arbeiten den poetischen Blick der Kunst mit dem forschenden Drang der Natur- und Gesellschaftswissenschaften zu einem komplexen Werkbegriff. Ihre mehrteiligen Skulpturen aus zerbrech- lichen Materialien wie Ton, Porzellan, Glas, Gips und Furnierholz muten oft wie Laborsituationen oder Lehrsammlungen von Naturkundemuseen an. Aktuell beschäftigt sich Marie-Luise Meyer mit der Sehnsucht nach einem kleinen Stück heile Welt: liebevoll in Szene gesetzte Vor- und Kleingärten, selbstgeplante und gebaute Modellbauanlagen mit Übersicht oder der Traum von der eigenen Insel.

Abbildung: Ausschnitt aus einer Collage, 2014

  Karsten Teich - Kinderbuchillustration  

geboren 1967 in Hannoversch Münden | Studium der Kunst und Malerei an der Hochschule der Künste in Kassel | seit 2001 Illustrator von Kinderbüchern für verschiedene Verlage | lebt und arbeitet in Berlin  

In Kooperation mit dem Hinstorff-Verlag Rostock wird unter dem Titel „illustration residence – Stipendium für Kinderbuchillustration“ ein Arbeits- aufenthalt an den bekannten Kinderbuchillustrator Karsten Teich vergeben. 2001 hat er sein erstes Bilderbuch illustriert und seither nicht mehr damit aufgehört. Er ist Illustrator vom „Cowboy Klaus und das pupsende Pony“ (2008), „Herr Röslein kommt zurück Februar“ (2008), „Sieben schreckliche Seepiraten“ (2008), „Cowboy Klaus und sein Schwein Lisa“ (2007), „Der große Gustav und die kleinste Frau der Welt“ (2007), „Hat das Nilpferd Streifen?“ (2006) und vieler anderer beliebter Kindergeschichten. 

Abbildung: Ausschnitt aus einer Illustration aus Heinrich Hoffmann/Karsten Teich, „Die Geschichte von den schwarzen Buben“, Hinstorff-Verlag, 2013

  Simone Trieder – Prosa  

geboren 1959 in Quedlinburg | Studium der Sonderpädagogik in Rostock | 2005 Stadtschreiberin von Halle/Saale | seit 2003 Landesvorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller in Sachsen-Anhalt | seit 1992 als freiberufliche Autorin tätig | ab 1990 Regieassistentin an Theatern in Halle/ Saale, Karl-Marx-Stadt und Zwickau | Stipendien u.a.: 2004 Stipendium der Stiftung Kulturfonds und Stipendium des Baltic Centre for Writers and Translators in Visby/Schweden; 2002 Stipendium des Landes Sachsen-Anhalt | Auszeichnungen u. a.: von der Stiftung Buchkunst für „Die halbe Nachtigall“ Kurzprosa, 2002, Hasenverlag, gestaltet von Susann Ondrej Meyerhuber als „eines der schönsten Bücher Deutschlands“ | Veröffent-lichungen u.a.: „Emil oder eine Maus wird gejagt“ Kinderbuch, Hasenverlag, 1999 | seit 2006 teilweise Autorin sowie Redaktion der Mitteldeutschen kulturhistorischen Hefte, Hasenverlag | lebt und arbeitet in Halle/Saale  

Simone Trieder schreibt Prosa, Theaterstücke und regionalgeschichtliche Beiträge. Veröffentlicht hat sie u.a.: „Barcodes“, Künstlerbuch, Hasenverlag (2008) und „Im Prinzip lieb“, Erzählung, Mitteldeutscher Verlag (2007). Im Rahmen des interdisziplinären Festivals „ZUFLUCHT – von der Sehnsucht des Paradieses“ widmen sich die Autorin und die Künstler Marie-Luise Meyer und Reinhard Thürmer, sowie der Schriftsteller Volker Harry Altwasser in einem regional bezogenen Projekt den einheimischen Fischern und stellen mit künstlerischen Mitteln deren Situation vor.  

Abbildung: Ausschnitt aus einer Leseprobe aus dem Katalog zum Festival „Zuflucht - von der Sehnsucht des Paradieses“, 2014

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