März

  Ramy Al-Asheq (Köln) – Lyrik  

Ramy Al-Asheq ist Lyriker, Schriftsteller und Journalist. Die Auseinander-setzung mit den Themen Krieg, Liebe, Flucht, Freiheit und Religion prägen sein lyrisches Werk. „Die Länge (seiner) Texte gibt Raum für Permutation, Lamento, Wiederholung, Drehung, Raum für die geringste Bewegung“, schreibt die Lyrikerin Monika Rinck, die einige von Al-Asheqs Gedichten ins Deutsche übertragen hat. In seiner Lyrik nimmt er immer wieder Bezüge zu klassischen Texten der arabischen Literatur, deren Bilder er bricht, um sie in seinem ganz eigenen Kontext neu zu gestalten. Er wurde 1989 in Al Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate) geboren, wuchs im Yarmuk-Lager für palästinensiche Flüchtlinge in Damaskus auf und lebt heute in Köln. Ab 2011 beteiligte er sich an der Revolution in Syrien, wurde verhaftet und musste nach seiner Freilassung nach Jordanien fliehen. Dort veröffentlichte er 2014 seinen ersten Gedichtband „Walking on Dreams“ (Al-Ayyam Verlag). Im gleichen Jahr kam Al-Asheq mit einem Autorenstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland. Im Dezember 2015 gründete er ABWAB, die erste arabische Zeitung Deutschlands, deren Chefredakteur er für zwei Jahre war. Im Herbst 2016 erschien seine erste Prosasammlung „Since I Didn’t Die“ (Bayit Al-Muatan Verlag), im Frühjahr 2017 sein zweiter Gedichtband „In My Travel Outfit“, (Al-Qattan/Al-Ahlieah Verlag)

Abbildung: Leseprobe aus: „Geflüchtet aus dem Paradies“, 2015

www.alasheq.net
  Lukas Frangart und Robert Drost (Wismar) – Video/Installation  

Lukas Frangart und Robert Drost erhielten gemeinsam als Preisträger des DIA-Wettbewerbes der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar ein Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Lukas. Beide studieren derzeit dort Kommunikationsdesign und Medien. Ihre gemeinsamen oder eigenen Videoprojekte greifen Themen wie das Empfinden von Zeit, von Heimat, von Geborgenheit oder Flucht in einer globalisierten Welt auf. Ihr Preisträgervideo zeigt beispielsweise Parallelen zwischen der unkontrollierte Ansiedlung von Nandus in Norddeutschland, den südamerikanischen Laufvögeln, die als Schädling der heimischen Feldwirtschaft bekämpft werden, mit der derzeitigen Situation syrischer Kriegsflüchtlinge. Neben gemeinsamen Arbeiten wie „Heimat“, „Flowfield“ und „Flucht“ entstanden bei dem 1993 geborenen Lukas Frangart der Dokumentarfilm „A workshop for Hilda“ und Bei dem 1995 geborenen Robert Drost die Kurzfilme „It`s Teatime“, „Spam“ und „Verbissen“, die bei Ausstellungen zur Museumsnacht Lübeck, der Galerie BauPunkt oder im Baumhaus Wismar gezeigt wurden.



Abbildung: Ausschnitt eines Videostills aus der Installation „Flucht“, 2016
  Claudia Heinicke (Greifswald) – Zeichnungen  

Claudia Heinicke geht es in ihren Arbeiten um eine zeichnerische und malerische Auseinandersetzung mit Eindrücken und Erinnerungen aus der (Stadt)Landschaft. Dabei verbindet sie Sichtbares und Unsichtbares in einem konzeptuellen Ansatz miteinander, d. h. vor Beginn der Arbeit wird unter anderem die Farbauswahl und die Art und Weise des Farbauftrags festgelegt. Es soll weder ein „Suchen“ noch farbliche Veränderungen durch Mischen während des Malprozesses geben. Abweichungen geschehen während des Malprozesses und sind als solche sichtbar. Die 1979 im sächsischen Bautzen geborene und heute in Greifswald lebende Künstlerin erhielt 2016 am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald den Master of Arts. 2016 gestaltete sie die Einzelausstellung Un-Endlich, Garage - Die CDFI Galerie, Greifswald und beteiligte sich an Guppenaus-stellungen, u.a. 2017 – Caspars Spuren, Neue Galerie Landshut, Landshut; 2016 – Ausflüge, Kunst Gut Loitz e.V., Loitz; 2009 – Les Fleurs du Mal, Schloss Güstrow | Greifswald. Sie erhielt als Preisträgerin des studentischen Wettbewerbes INSOMNALE einen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lukas.

Abbildung: Ausschnitt aus „Ohne Titel (Un-Endlich)“ Tusche, Gouache auf Aquarellkarton, 50 x 65 cm, 2015

www.claudiaheinicke.de
  Henri Hütt (Tallinn/Estland) – Performance/Installation  

Henri Hütt ist ein Performance-Künstler, der sich in erster Linie als Tänzer versteht. Seine Performances, die er oft mit Sound oder als Video präsentiert, versteht er als „Searching for the Perfect Moment“, als endlosen Prozess, um zu verdeutlichen, wie sich der Moment im Jetzt anfühlt, aussieht, anhört. Er hinterfragt: wie geht man mit diesem unbezahlbaren vergänglichen Moment um, wenn man nicht die Grenzen fokussiert, sondern eher betrachtet, um Zeit, Ort oder Rhythmus zu spüren. Der 1985 in Valga/Estland geborene und in Tallinn lebende Henri Hütt studierte bis 2010 Choreografie an der University of Tartu Viljandi Culture Academy. Kurz danach absolvierte er 2013 an der Estländischen Akademie der Künste seinen Master in der Fakultät der Bildenden Künste. Henri Hütt ist Teil des MIMproject-Teams, das sich als eine unabhängige kreative Gesellschaft empfindet, die Künstler verschiedener Bereiche vereint, die er ebenso im Netzwerk DAMA in Skandinavien und den baltischen Ländern koordiniert. Er gewann 2010 einen Preis des Independent Dance Award in Estland und 2013 für die Gruppenausstellung „100 Jahre MIMproject: Das Leben und die Arbeit von Manfred MIM, 1920-2020“ den Hauptpreis der Estonian Culture Endowment Visual Art. Seine Werke zeigte er u.a. in den Ausstellungen „Romantic Loneliness“ und „Unnamed nature project“. Henri Hütt ist als Austauschstipendiat der MoKs Gastatelieres Mooste im südöstlichen Estland zu Gast im Künstlerhaus Lukas und ist Teilnehmer der 28. Kunstschau des Künstlerbundes M-V e.V. im BBK.  

Abbildung: Ausschnitt aus der Installation „Romantic Loneliness“, 2017

henrihytt.wordpress.com
  Hanni Kamaly (Malmö/Schweden) – Skulptur/Installation  

Hanni Kamaly ist eine forschungsorientierte Künstlerin, die mit Skulptur, Video und Performance auf Nachrichten, Science-Fiction reagiert. Darin erforscht sie Themen- / Objekttheorien u.a. mittels der Ontologie, die sich auf die Grenzen der Existenz und die Grenzen der Subjektivität beziehen. Ihre Metallskulpturen bewegen sich als Balanceakt zwischen dem Bereich toten Materials und dem Leben. In einem Video untersucht Kamaly das Sammeln menschlicher Körperteile in Museen. Die koloniale Vergangenheit mit der Gegenwart wird verbunden und gewährt eine kritische Perspektive auf die Auswirkungen historischer Ereignisse und taxonomischer Systeme. Sie wurde 1988 in Hamar in Norwegen geboren und lebt und arbeitet im schwedischen Malmö und in Oslo, Norwegen. Nach dem Abschluss eines Master in Fine Art an der Malmö Art Academy (2016) matte sie mehrere Einzelausstellungen, u.a. „Diping Off Distance“ Alamanc Projects (London) oder „Niemand versteht dich“ im Tag-Team Studio (Bergen) sowie Beteiligungen im Malmö Art Museum (Malmö) oder Kunstnernes Hus (Oslo). Sie ist als Austauschstipendium der KKV Grafik- und Skulpturenwerkstatt Monumental Malmö zu Gast im Künstlerhaus Lukas.

Abbildung: Detail der Metallskulptur „Freddie Gray“, 2017

www.hannikamaly.com
  Dr. Elisabeth Klotz (Berlin) – Kuration  

Dr. Elisabeth Klotz erhielt ein zweimonatiges Kurator*innenstipendium, um ihre eigenen Projekte zu entwickeln sowie um das von der Jury des Künstler-hauses Lukas nominierte Projekt „HORIZONT. Linie – Raum – Zeit“ im Herbst der Öffentlichkeit im Neuen Kunsthaus zu präsentieren. Die Ausstellung gilt einer Gruppe von Künstlerinnen und ehemaligen Stipendiat*innen, die sich mit dem Verhältnis von Mensch, Landschaft und Kunst auseinandersetzen. Mit dem Fokus auf die Horizontlinie behandeln sie ein Motiv, das in Ahrenshoop lange Tradition hat und in zahlreichen Gemälden der einstigen Künstlerkolonie bis heute thematisiert worden ist. Zum anderen untersucht die Ausstellung anhand verschiedener Medien und Materialien die künstlerische Ausein-andersetzung mit der Linie sowohl im Verhältnis zu Körper, Raum, Fläche und Farbe als auch als Mittel für die Darstellung von Zeit in Hinsicht auf persönliche Lebenserfahrungen oder den individuell erlebten Werkprozess. Die 1968 in Göttingen geborene und in Berlin lebende Kunsthistorikerin promovierte 2002 an der Freien Universität Berlin. Der Schwer punkt ihrer kuratorischen Arbeit liegt auf internationaler Kunst der Gegenwart. Nachdem sie am S.R. Guggenheim Museum, New York und am Los Angeles County Museum of Art tätig war, kuratierte sie verschiedene Ausstellungen an Berliner Galerien. Von 2006 bis 2009 leitete sie die APRA Foundation in Berlin. Seit 2010 ist sie als Dozentin für Kunstgeschichte an der Freien Universität, Berlin und der Zürcher Hochschule der Künste tätig sowie seit 2015 als Lehrbeauftragte an der Universität Erfurt. 2013 realisierte sie am Karlsruher ZKM / Museum für Neue Kunst die Ausstellungen Cross-border, Künstlerinnen der Gegenwart im Arabischen Mittelmeeraum sowie (als Co-Kuratorin) global aCtIVISm. 2014 kuratierte sie Existence in Transition für das Auswärtigen Amt in Berlin. Zu ihren Publikationen zählen unter anderem: Cross-border, Künstlerinnen der Gegenwart aus dem Arabischen Mittelmeerraum, ZKM / Museum für Neue Kunst, Karlsruhe 2013 (Hrsg.); Luise Milewski – Interieur, Berlin 2009; Die Badenden, Ein Motiv zwischen Realität und Fiktion (1800-1918).  

www.elisabeth-klotz.de
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