Juni

  Mareen Alburg Duncker (Halle) – Schmuck/Objekt  

Die Arbeitsweise der Schmuckgestalterin Mareen Alburg Duncker besteht darin, aus gespeicherten Gedankenbildern prägnanter Erfahrungen, nicht ein Abbild der gesehenen Umgebung zu schaffen, sondern vielmehr eigene Formen herauszufiltern und neu zu formen. Dafür verwendet sie für die Umsetzung unterschiedliche Holzarten in Kombination mit Farben, Metallen und textilen Materialien. Oft bilden ihre Arbeiten einen fließenden Übergang vom Schmuck zum Objekt. Unikate entstehen - Orte der Erholung, die sicher in einer Behausung verwahrt - und bei Bedarf mit sich getragen werden können. Die 1975 in Henningsdorf bei Berlin geborene und in Halle lebende Künstlerin studierte an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design. Ihre Arbeiten zeigte sie u.a. im Kunstgewerbemuseum Berlin und der Galerie Marzee in Nijmegen/Niederlande. Ausgezeichnet wurde sie durch ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und der Kloster Bergischen Stiftung.

Abbildung: Ausschnitt aus „Roter Faden“ Halsschmuck, Ebenholz, Lack, Schnur, 2014

www.mareenalburg.de
  Maria Luise Faber (Zossen) – Skulptur/Zeichnungen/Fotografie  

Für Maria Luise Faber sind Linie und Ornament von Bedeutung. Einen dünnen „Faden“ hervorzuheben, zu isolieren, ihn mit der Hand zu formen und ihm Sinn und Bedeutung geben zu können empfindet sie als ein Phänomen. Die Linie ist für sie nicht nur künstlerisches Ausdrucksmittel, sie ist etwas Elementares, sie ist universell. Ihr Augenmerk richtet sich über Struktur, Muster und Ornament von Naturerscheinungen und in deren verborgener Geometrie findet sie Ansätze für ihre Zeichnungen. Die 1957 in Berlin geborene und in Lindenbrück/Teltow-Fläming und Berlin lebende Künstlerin studierte Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, erhielt an der Kunsthochschule Berlin Weißensee ihr Diplom in Bildhauerei und ist seit 1985 freiberuflich tätig. Sie erhielt u.a. ein Stipendium der Stiftung Kulturfonds und des Landes Brandenburg sowie Arbeitsaufenthalte im Künstlerhaus Lukas (1996) und in Jerusalem/Israel. Sie gestaltete Arbeiten im öffentlichen Raum, z.B. im Märkischen Kinderdorf Ludwigsfelde und hatte u.a. Einzelausstellungen im Museum der Baruther Glashütte oder Beteiligungen u.a. im Kunstverein Tiergarten oder der Galerie Alte Schule Berlin-Adlershof. 



Abbildung: Ausschnitt einer Skulptur, 2015


www.marialuisefaber.de
  Iwona Knorr (Bonn) – Kuration  

Iwona Knorr erhielt ein zweimonatiges Kuratorinnenstipendium, um das Projekt FUNDUR. Fremd in Island zu konzipieren und im Juni im Neuen Kunsthaus zu eröffnen. Neben ehemaligen Stipendiat*innen, die innerhalb des Stipendienaustauschprogramms des Künstlerhauses Lukas in Skagaströnd im Norden Islands arbeiteten, lud sie weitere künstlerische Positionen ein, um das temporäre Leben auf dieser besonderen Insel zu verdeutlichen. Skagaströnd scheint durch seine geographische Lage zunächst fern von aktuellen Problemen zu sein, doch Erderwärmung oder die Umweltverschmutzung durch Plastik sind globale Entwicklungen, die besonders auch Island betreffen und die Künstler*innen beschäftigen. Die Ausstellung würdigt zudem die zehnjährige Zusammenarbeit des Künstlerhauses Lukas mit dem NES Artist Residence Skagaströnd. Die 1963 in Posen/Polen geborene und seit 1982 in Bonn lebende Fotografin, Germanistin und Kuratorin hat zudem einen Master-of-Bussines-Administration. In ihrer Arbeit untersucht sie die Rolle der Umwelt im Verhältnis von Menschen zu sich selbst. Langzeitdokumentationen mit dem Fokus auf traditionelle Werte der Küstenfischer Rügens, der Versuch die eigene Kindheit zu visualisieren sowie diverse Portrait- und Landschaftsstudien haben stets zum Ziel, Merkmale regionaler oder soziokultureller Identität zu beleuchten. Ihr Fotobuch „Zum Fischen geboren“ wurde zum Deutschen Fotobuchpreis 2016 nominiert. Ihre Arbeit wurde zudem mit dem Stipendium im NES Artist in Residency in Island sowie dem Förderpreis der KulturStiftung Rügen honoriert. Sie stellte im Deutschen Meeresmuseum Stralsund sowie beim Umweltfotofestival „Horizonte“ Zingst aus und war beteiligt an Photobook Melbourne/Australien und International Women`s Exhibit, Atlanta/USA.

Abbildung: Ivona Knorr

www.iwona-knorr.de
  Eun Ji Lee (Würzburg) – Komposition  

Das Interesse in den Kompositionen von Eun Ji Lee gilt der Betrachtung und Bearbeitung der Instrumente als Körper, die sie als physische Erscheinung und Konstruktion von Parametern wie Klang, Struktur, Register, Dauer usw. sowie deren Verbindung und Auflösung untereinander versteht. Die 1987 in Seoul/Südkorea geborene und in Würzburg und Stuttgart lebende Komponistin kam nach ihrem Abitur als Jungstudentin an das Konservatorium München. Sie erhielt an der Musikhochschule Würzburg ihr Diplom in Fach Komposition, wo sie derzeit noch in der Meisterklasse von Andreas Dohmen studiert. Neben verschiedenen Konzerten nahm sie mit ihren Werken an den Tagen der Neuen Musik in Würzburg teil und führte selbst ihr Stück „My Accessories“ beim John-Cage Klavierfestival in Bayreuth auf. 2015 erhielt sie für „Zwei Lieder für Sopran und Klavier“ den 2. Preis beim Armin-Knab-Wettbewerb und für die Teilnahme an der Meisterklasse erhielt sie 2017 und 2018 ein DAAD Stipendium.  

Abbildung: Ausschnitt eines Notenblattes aus „bANA“ für zwei Akkordeons, 2017
  Carla Niewöhner (Köln) – Regie/Drehbuch  

Carla Niewöhner wirkte bisher an zahlreichen Inszenierungen und Stückentwicklungen mit. Neben ihrer Regiearbeit konzentriert sich ihre literarische Arbeit auf das Theater. Sehnsucht, die Reise als Prozess und die Suche nach Identität und Heimat sind wiederkehrende Themen, in die sie Gespräche mit Zeitzeugen, Recherchematerial und improvisierten Szenen mit Schauspielern zu dichten lebensnahen Theaterstücken entwickelt und inszeniert. Derzeit bearbeitet sie ein Drama über eine sorbische Familie in der Lausitz, um das Leben mit oder zwischen zwei Kulturen aufzuspüren. Die 1981 in Bremen geborene und in Köln lebende Theaterregisseurin studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Italienisch an der Universität zu Köln. Als feste Regieassistentin arbeitete sie am Theater Aachen und Münster sowie am Schauspielhaus Bochum. 2014 stellte sie sich mit David Greigs Eine Sommernacht erstmals als Regisseurin vor. Seitdem arbeitet sie als Autorin für Fernsehproduktionen, inszeniert und entwickelt Stücke, u.a. Mir selbst Fremder an der Studiobühne Köln, Die sozialistische Nachtigall in Leipzig oder Play Moby Dick nach dem Roman von Herman Melville am LOFFT in Leipzig.  

Abbildung: Ausschnitt aus Leseprobe aus dem Exposé „Das leere Haus“

  Philip Poppek (Berlin) – Fotografie/Video/Installation  

Philip Poppek interessiert sich für offene, sich gegenseitig beeinflussende Bilderströme, wie sie aufeinander reagieren und untereinander austauschen. Er zeichnet, oft basierend auf Fotografien ihn umgebende Räume und Situationen. Dabei dienen ihm Überlegungen zur Fotografie als Repräsentationspraktik als Grundlage für seine Auseinandersetzung mit der Zeichnung. Diese teilweise seinem Einflussbereich sich entziehende komplexe Arbeit, inder er nach dem Sein von Objekten in einer Vielzahl von Realitäten fragt, verschiebt sich beständig neu in den physischen Grenzen des Werkes. Der 1987 in Berlin geborene und dort lebende Künstler absolvierte nach dem Besuch der Berliner Ostkreuzschule an der Royal Academy Copenhagen sowie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sein Studium. Seine Arbeiten stellte er u.a. in der Galerie Husslehof in Frankfurt am Main (Einzelausstellung) und in der Galerie Reinhard Hauff in Stuttgart sowie der FSC Gallery/Kopenhagen aus (Gruppenausstellungen).  

Abbildung: Ausschnitt aus der Fotografie „blue hour“, 2017


www.philippoppek.com
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