März

  Heike Herold (Köln) – Kinderbuchillustration  

Heike Herold ist Autorin und Illustratorin zahlreicher Kinderbücher, Bilder- bücher und Sachbücher. Mit ihrem Kinderbuchentwurf „Gedankenwelt“ gewann sie das 8. Troisdorfer Bilderbuchstipendium mit einem Arbeits- aufenthalt im Künstlerhaus Lukas und in Troisdorf sowie der Verwirklichung dessen im Aladin-Verlag und einer Ausstellung im Bilderbuchmuseum Burg Wissem. Ihre Illustrationen regen zum Fantasieren und Weiterdenken an. Sie selbst will damit Kinder dazu anregen, auch in der eigenen Umgebung und in anderen Situationen weiter zu denken. Ihre Bücher schafften es auf die Empfehlungslisten des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises. Geboren wurde die Künstlerin 1974 in Münster und sie studierte Grafik und Design mit dem Schwerpunkt Illustration an der Fachhochschule Münster. Heute lebt und arbeitet sie als freiberufliche Grafikerin und Illustratorin in Köln.

Abbildung: Ausschnitt aus „Wal“ Kugelschreiber, Aquarell, Buntstift, 2016
  Przemek Kaminski (Berlin) – Tanz  

Przemek Kaminski ist Tänzer und Choreograph. Er beschäftigt sich mit der Beeinflussung und dem Kontext von Performance und bildlicher Kunst. Unter anderem schuf er Performances wie „Die Reihe“ (2013), „Some Other Things” (2014) und „New Unfinished Solo for Sneakers, a Past Tense and Group of People“ (2015). Die Performance „Die Reihe” orientiert sich an den zwölf Noten der Musiktheorie und wurde im Zusammenhang mit dem hundertsten Geburtstag des Komponisten Witold Lutostawski geschaffen. Sie wurde bereits in Bytom und Warschau präsentiert. In „Some Other Things” beschäftigt er sich mit Objekten, deren choreographischem Potential sowie der Art und Weise, wie sich Objekt und Körper beeinflussen. Przemek Kaminski wurde 1989 in Polen geboren und studierte am Hochschulüber-greifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT). Zurzeit lebt er in Berlin, und arbeitet ebenso in Polen.



Abbildung: Ausschnitt aus der Performance „STILLE“, Regie: Wojtek Klimczyk
  Ingar Krauss (Berlin) – Fotografie  

Ingar Krauss wurde durch seine ausdrucksstarken Portraits von Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und Russland bekannt, die scheinen, als hätten sie mehr Wissen und Weisheit, als für ihr Alter anzunehmen wäre. Oft zeigen sie Melancholie, Frustration und Verwirrung in einem. Er druckt diese Bilder in schwarz-weiß auf altes Fotopapier, das in Osteuropa hergestellt wurde, was die melancholische Grundstimmung unterstreicht. Mitte der 1990er Jahre ist er als Autodidakt zur Fotografie gekommen und beschäftigt sich mittlerweile mit den verschiedensten Motiven – Portraits, Stillleben, Landschaften – und insbesondere mit dem Licht und der Lichtbrechung, die die Materialität des fotografierten Objektes in den Vordergrund treten lassen. Seine Werke wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, unter anderem in der Hayward Gallery London, dem Musée de l’Elysée Lausanne, im Palazzo Vecchio in Florenz und im ICP New York. Ingar Krauss wurde 1965 geboren und lebt und arbeitet in Berlin und Zechin.

Abbildung: Ausschnitt aus „ohne Titel, Jena 2014“, Fotografie, 2014
  Yulia Marfutova (Münster) – Prosa  

Yulia Marfutova arbeitet zurzeit an ihrem ersten Roman, der die Geschichte eines Dorfes zu Beginn des letzten Jahrhunderts erzählt. Sie interessiert, wie man mittels Sprache feine Verschiebungen in der Wahrnehmung erzielen kann und was passiert, wenn verschiedene Welten und Geschichten aufein- ander treffen. Yulia Marfutova wurde 1988 in Moskau geboren und studierte Germanistik und Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen wie das Alfred-Döblin-Stipendium oder die Teil- nahme an Schreibwerkstätten am Literarischen Colloquium Berlin oder der Werkstatt für junge Literatur in Graz. Nach einem halbjährigen Forschungs- aufenthalt am King’s College in London arbeitet und lebt Yulia Marfutova in Münster.  

Abbildung: LESEPROBE aus „Das Röhrchen“ (Arbeitstitel)
  Künstlergruppe San Donato (Kaliningrad) – Fotografie/Video/Installation  

Die Gruppe „San Donato“ mit Eugenii Umanskii und Alexey Tschebykin arbeitet mit Fotografie, Video und Installation. Eugenii Umanskii legte in seinen Projekten als Autor in den 1990er Jahren besonderen Wert auf die verschie- denen technologischen Bedeutungen, die es braucht, um Kunstwerke zu erschaffen. Darunter zählen verschiedene Techniken, wie die Kreuzung von traditioneller Fotografie und Siebdruck, digitale Verarbeitung und diverse an- dere technologiebezogene Arten, ein Foto zu präsentieren. Er wurde 1961 geboren und arbeitet als Künstler und Kurator sowie als künstlerischer Leiter beim Zentrum für Zeitgenössische Kunst Kaliningrad. Er studierte am Lenin- grad State Hydrometeorological Institute und betätigt sich seit 1986 als pro- fessioneller Fotograf. Alexey Tschebykin ist Installationskünstler und beteiligte sich bereits an zahlreichen Projekten. Eines dieser Projekte war das „Ars Electronica“ in Moskau. Dort konstruierte er zusammen mit Dimitri Bulatow ein Objekt aus Spiegeln und Kameras, das den Tatlin-Turm zeigt und elektronisch verändert, je nachdem wie gut man den Rasen, in dem die Spiegel stehen, pflegt. Die Installation soll zeigen, dass die Vergangenheit und die Zukunft veränderbar sind und kritisiert damit die Propaganda und Instrumentalisierung historischer Mythen für politische Ziele. Bei dem Projekt „Russian Roulette“ präsentierte er eine Fotoserie, die Waffen als griechisch-klassizistische Architektur getarnt darstellte. Sie dokumentierte, dass die Architektur immer auch als Spiegel der herrschenden Machtverhältnisse aufzeigt, wie sie genutzt wird, um den Aufzug der Gefahr von Macht hinter der Kulisse anerkannter harmonischer Formen zu verhüllen.  

Abbildung: Ausschnitt aus Evgeny Umanskii „Folk Graffiti“, Fotografie, Installation, 2010
  Claus Georg Stabe (Leipzig) – Grafik  

Die Themen der Werke von Claus Georg Stabe liegen im Bereich der Trans- zendenz, des Dämonischen und des Unbeschreiblichen. Hierbei bedient er sich der Medien, der Grafik und Malerei, aber auch der Installation und Performance. Er vereint die Idee eines Kollektivs mit der individuellen Bio- graphie, während er das Ungleiche lokalisiert, das durch den Prozess der Wiederholung entsteht. Claus Georg Stabe wurde 1984 in Lauchhamer geboren. Er studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Neo Rauch, wo er 2014 zum Meisterschüler ernannt wurde. Er ver- brachte in dieser Studienzeit ein Jahr an der Jan Matejko Akademie der Bildenden Künste in Krakau. Seine Werke wurden unter anderem im Lloyds Club in London, in der Maerzgalerie in Berlin und im Rahmen der Messe DRAWING NOW in Paris präsentiert. Claus Georg Stabe lebt und arbeitet zurzeit in Leipzig.  

Abbildung: „Orbit l.a“, Kugelschreiber auf Papier, 29,5 x 40 cm, 2015
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